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Gesundheitsministerium: Saarland hat zu wenig Blutkonserven

Blutspenden können Leben retten. Nicht nur Unfallopfer und Patienten schwieriger Operationen sind auf fremdes Blut angewiesen, auch bei der Behandlung von Krebs sowie bei bestimmten Herz-, Magen- und Darmkrankheiten brauchen viele Patienten gespendetes Blut. 183 Konserven werden im Saarland täglich benötigt, teilte das saarländische Gesundheitsministerium mit. „Leider sind wir im Saarland von einer Selbstversorgung mit Spenderblut weit entfernt“, sagte Minister Andreas Storm (CDU).

Allein am Uniklinikum in Homburg werden nach Storms Angaben jährlich etwa 20.000 Konserven von roten Blutkörperchen verbraucht, im Uni-Blutspendedienst könnten wegen des chronischen Mangels an Blutspendern aber nur 7000 Konserven selbst hergestellt werden. Storm appelliert daher an die Saarländer, mehr Blut zu spenden.

Das Bewusstsein hierfür sollen die Aktionen am Weltblutspendetag, dem 14. Juni, wecken. Dann wird auch eine gemeinsame Initiative des Gesundheitsministeriums mit den drei Blutspendediensten im Saarland – dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) – der Uniklinik in Homburg und der Blutspendezentrale Saar-Pfalz auf dem Saarbrücker Winterberg – vorgestellt werden: das Blutspendebündnis Saarland. Die Zahl der fehlenden Blutkonserven wird sich nach Ansicht der Blutspendedienste mit dem demografischen Wandel noch weiter verschärfen. Einer wachsenden Anzahl von älteren Patienten wird eine immer weiter schrumpfende Zahl junger Blutspender gegenüberstehen. Ziel müsse es sein, so Storm, „uns selbst mit dem lebenswichtigen Spenderblut zu versorgen“. Dabei spielten die jungen Spender eine entscheidende Rolle.

Nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes West verläuft die Entwicklung bei den Blutspendern wenig zufriedenstellend. „Im Saarland haben wir 7,8 Prozent weniger Blutspender als noch vor einem Jahr“, sagte Sprecher Heinz-Walter Hohl. Eine Vergütung zahlt das DRK den Blutspendern nicht. Hohl betont: „Wir sind dem ethischen Kodex der unentgeltlichen Blutspende verpflichtet.“ Andere Blutspendedienste zahlen dagegen ihren Spendern eine Aufwandsentschädigung – meist 25 Euro. Das sei gerade in großen Städten mit vielen Studenten ein klarer Wettbewerbsnachteil für das DRK. Mit Aktionen wolle man im Westen Deutschlands bis zum Jahresende 50?000 neue Spender gewinnen.

Professor Hermann Eichler vom Institut für Transfusionsmedizin der Universitätsklinik Homburg sieht ebenfalls Handlungsbedarf. „Es gilt, mehr Saarländer zur Blutspende zu bewegen“, sagte Eichler, dessen Institut an der Uniklinik eine Blutbank betreibt. „Derzeit spenden nur drei Prozent der Saarländer im spendefähigen Alter“, so Eichler. Bundesweit seien es jedoch vier Prozent. Daher sei man vor allem auf Blut aus Rheinland Pfalz angewiesen. Mit finanziellen Anreizen will auch Eichler die Spendebereitschaft nicht ankurbeln. „Wir wollen aus Sicherheitsgründen nur solche Spender, die freiwillig zu uns kommen.“ Nur 10 Prozent der Spendewilligen, die zur Blutspende erscheinen, würden abgewiesen, sagte Eichler. Doch sei dies in der Regel keine dauerhafte Zurückweisung. Appelle an die Solidarität und Informationen über die Blutspende sollen die Bereitschaft steigern.

Das Blut wird dringend von Patienten gebraucht: „Das meiste Blut wird für Patienten mit Krebserkrankungen benötigt“, sagte Dr. Alexander Patek, Leiter der Blutspendezentrale Saar-Pfalz. Diese feiert mit einem Blutspendemarathon ihr 60-jähriges Bestehen. Am 15. Juni kann im Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg von 8 bis 20 Uhr Blut gespendet werden. Die Aufwandsentschädigung und ein Gewinnspiel sollen möglichst viele Teilnehmer locken.

Saarbrücken. In Deutschland dürfen Erwachsene zwischen 18 und 69 Jahren Blut spenden, die sich gesund fühlen und einen stabilen Blutdruck haben. Sie dürfen nicht weniger als 50 und nicht mehr als 140 Kilogramm wiegen. Einschränkungen sind akute Erkrankungen und nach medizinischen Eingriffen, sagt der Ärztliche Leiter der Blutspendezentrale Saar-Pfalz, Alexander Patek. Nach einer Tätowierung, einem Piercing müssen aufgrund der Infektionsgefahr vier Monate abgewartet werden. Homo- und bisexuelle Männer, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und Drogenabhängige dürfen kein Blut spenden, so Patek. Auch Menschen, die an chronischen Erkrankungen leiden und bestimmte Medikamente einnehmen, dürfen kein Blut spenden. Dies gelte ebenso für Schwangere und stillende Mütter. adr

 

In Deutschland dürfen Erwachsene zwischen 18 und 69 Jahren, die sich gesund fühlen und einen stabilen Blutdruck haben, Blut spenden. Sie dürfen nicht weniger als 50 und nicht mehr als 140 Kilogramm wiegen. Einschränkungen gebe es bei akuten Erkrankungen und nach medizinischen Eingriffen, sagt der Ärztliche Leiter der Blutspendezentrale Saar-Pfalz, Dr. Alexander Patek. Nach einer Tätowierung oder einem Piercing müssen Spendenwillige wegen der Infektionsgefahr vier Monate warten. Homo- und bisexuelle Männer, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und Drogenabhängige dürfen kein Blut spenden. Auch Schwangere und stillende Mütter sowie Menschen, die an chronischen Erkrankungen leiden und bestimmte Medikamente einnehmen, dürfen nicht. Männer dürfen sechsmal im Jahr spenden, Frauen viermal. adr

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