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Gesunkenes Schiff aus der Saar geborgen

Im Dezember-Hochwasser war die Centurion gesunken.

Im Dezember-Hochwasser war die Centurion gesunken.

Saarbrücken. Es ist vollbracht: Seit 13.33 Uhr am gestrigen Montag hat die „MS Centurion“ wieder Wasser unterm Kiel. „Das Schiff steht wieder aufrecht“, sagt Thorsten Lenz vom Ludwigshafener Experten- und Ingenieurbüro Lenz und Bierwagen, das die Bergung des ehemaligen Fahrgastschiffes beaufsichtigt. Am 8. Dezember des vergangenen Jahres, die Saar führte Hochwasser, hatte ein in den Fluten treibender Baum die Centurion leckgeschlagen und von ihrem Liegeplatz in Höhe der Congresshalle losgerissen. Mit der Strömung trieb das Schiff den Fluss hinab, stürzte in Burbach über das Wehr der Saarwasserkraftwerke und versank schließlich etwa 100 Meter hinter der Staustufe. Nur ein Teil des Rumpfes ragte noch aus der Saar. Gestern Morgen gegen acht Uhr begannen die letzten Vorbereitungen für die Bergung des 30 Jahre alten und knapp 50 Tonnen schweren Schiffes. Zuvor hatte das Tauchunternehmen Lehr aus Gensingen bei Bingen bereits das zweieinhalb Meter lange Leck zugeschweißt sowie ein zersplittertes Bullauge mit Bauschaum abgedichtet.

Keine einfache Rettungsaktion

„Es ist nicht einfach hier“, berichtet Albert Dory vom Tauchunternehmen Lehr vor Ort. „Mit Hebesäcken kommen wir nicht bei, das Wasser ist nicht tief genug. Andererseits können wir aber auch keinen Kran einsetzen, der das Schiff von außen anheben könnte.“ Dafür sei der Radweg neben der Saar zu schmal. „Ein Kranwagen muss Stützen ausfahren, damit er nicht kippt. Das geht hier nicht.“ Auch ein Berge-Schiff sei nicht in Betracht gekommen. „Zu teuer“, erklärt Dory, während sein im Neopren-Anzug steckender Chef Markus Lehr unter Wasser Halteseile am Schiffsrumpf anbringt.

Diese führen bis an die Winden zweier Spezialfahrzeuge, die normalerweise zur Bergung von Lastkraftwagen eingesetzt werden. „Ein Schiff haben wir damit noch nicht gezogen. Das war eine Premiere“, gesteht Fahrzeugführer Michael Dzakovic. „Es hat prima geklappt. Lediglich vier bis fünf Tonnen Zug haben gereicht.“ 24 Tonnen hätten die Fahrzeuge in dieser Konstellation bringen können.

Schiffs-Eigner will „MS Centurion“ wieder flott machen

Nachdem die Centurion also wieder „steht“, wird sie leergepumpt. „Wir haben vier Pumpen dabei, die gemeinsam mehrere tausend Liter in der Minute schaffen“, erklärt Dory. „Dann müssen wir sehen, ob auf der Seite, auf der das Schiff lag, noch eine weiteres Leck auftaucht.“ Dieses würde dann noch notdürftig verschlossen, ehe das Schiff am heutigen Dienstag in den Völklinger Industriehafen geschleppt wird. „Dort muss man sehen, was alles kaputt ist“, sagt Schiffs-Eigner Klaus Vogelgesang, der die „MS Centurion“ gerne wieder flott machen würde. Die Bergung – ein Versicherungsfall – kostet nach Angaben Vogelgesangs etwa 50 000 Euro.

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