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Gewalt-verbrecher (60) für immer hinter Gittern

Obwohl ein 60-jähriger Mann aus Dillingen seit mehr als 20 Jahren eingesperrt ist, halten ihn Gutachter und Psychologen weiterhin für sehr gefährlich. Um die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten zu schützen, hat eine Große Strafkammer  die nachträgliche Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet.

Erstmals hat in diesem Fall ein saarländisches Gericht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, nach Verbüßung der Strafe die Sicherungsverwahrung zu verhängen. Diese Möglichkeit wurde eröffnet, als nach dem Kanzlerwort „Wegsperren, und zwar für immer“ das Strafgesetz geändert wurde.

Der Fall ist rechtlich kompliziert: zwei Senate des Bundesgerichtshofes hatten unterschiedliche Rechtsauffassungen. Daher musste eine Entscheidung des großen Senats herbeigeführt werden. Grund: Dem Verurteilten wurde wegen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung Schuldunfähigkeit zugebilligt.

Die kriminelle Karriere des Dillingers begann schon früh mit einem Tötungsdelikt. Mit 20 Jahren erwürgte er eine Schwesternschülerin, weil sie ihm nicht zu Willen sein wollte. Zehn Jahre später, er war wenige Tage wieder auf freiem Fuß, versuchte er im Haus seiner Schwester eine Nachbarin zu vergewaltigen und verletzte sie schwer. Nach einem Aufenthalt in England kehrte er ins Saarland zurück und beging sein nächstes Verbrechen. In Völklingen vergewaltigte er an Fastnacht eine Frau und ließ sie nackt im Wald zurück. Aus der Klinik für forensische Psychiatrie entwich er. Mit einem Taxi fuhr er nach Trier, wo eine Prostituierte sein Opfer wurde. Vom dortigen Landgericht wurde er im Jahr 1991 für unbestimmte Zeit in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. Seither ist er hinter Gittern und nach Auffassung der Saarbrücker Richter soll er für immer dort bleiben.

Der Verurteilte erwartete jetzt Gnade vom Gericht. Er könne nicht begreifen, was er getan habe und leide unter Alpträumen. Die Zeit in der „Forensischen“ sei für ihn die Hölle gewesen. Sein Verteidiger machte geltend, dass mit fortschreitendem Alter der Sexualtrieb seines Mandanten nachgelassen habe. Ein Gutachten eines Urologen könne belegen, dass er inzwischen impotent sei.

Das ließen die Richter jedoch nicht gelten. Bereits in dem Trierer Fall sei es zu Gewalt an der Prostituierten gekommen, weil er darüber frustriert war, dass es bei ihm „nicht geklappt" hat. Und auch die Gutachter vertraten die Auffassung, das die Gewaltbereitschaft nicht im Zusammenhang mit seiner Potenz stehe. Gegen das Urteil ist erneut das Rechtsmittel der Revision gegeben. Der Verteidiger kündigte an, davon Gebrauch zu machen. jht


 
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