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Gewerkschaft: Bahn will im Saarland Jobs streichen - Abo-Center und Buchhaltung droht Schließung

Die Deutsche Bahn will ihren Saarbrücker Standort weiter ausbluten lassen. Rund 40 Arbeitsplätze drohen wegzufallen. Das befürchtet Ralf Damde, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an der Saar. Seinen Informationen zufolge sollen die Abo-Center konzentriert werden, „so dass am Ende nur zwei übrigbleiben“. Dafür seien Berlin und Stuttgart vorgesehen. Das Saarbrücker Abo-Center, „das bisher das zweitgrößte in Deutschland war, soll geschlossen werden“. An der Saar säßen die qualifizierten Leute und in der Boom-Region Stuttgart müssten sie gesucht werden. „Das ist widersinnig.“

Die Abo-Center verwalten unter anderem die Stammkunden. Dazu zählen Netz- und Bahncard-Inhaber sowie die Fahrgäste, die mit Monats- oder Wochenkarten unterwegs sind. Vor allem Bahncard-Inhaber werden mit regelmäßigen Aktionen bei der Stange gehalten. Wer seine Bahncard gekündigt hat, wird überredet, doch wieder weiterzumachen. „Das alles leisten die Mitarbeiter in den Abo-Centern“, sagt Damde. In Saarbrücken wären 21 Beschäftigte von der Schließung betroffen.

Nach Angaben eines Bahn-Sprechers seien zur Zukunft der einzelnen Standorte noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. „Wir stimmen uns derzeit mit den Arbeitnehmervertretern dazu ab.“ Derzeit gebe es noch acht Abo-Center. Durch zunehmende Ausschreibungen zum Vertrieb von Fahrkarten über verschiedene Vertriebskanäle wie Reisezentren, Automaten, Online oder Abo-Vetrieb steige jedoch der Wettbewerbsdruck, so der Sprecher weiter. Auftragsverluste infolge von Ausschreibungen könnten auch bei der Bahn nicht ohne Folgen für bestehende Strukturen bleiben.

Schon beschlossene Sache ist laut Damde, dass die Buchhaltung von Saarbrücken abgezogen wird. Diese Entscheidung bedeutet, dass knapp 20 Stellen abgebaut werden. Die Buchhaltung soll unter anderem in Berlin konzentriert werden, so der Gewerkschafter.

 

Meinung:
 

Ankündigungen ohne Taten

Von  Lothar Warscheid

Die Zahl der Bahngipfel mag man kaum noch zählen. Immer wieder verspricht der Staatskonzern, das Saarland nicht weiter bluten zu lassen, wenn es um Verbindungen und das Vorhalten von Verwaltungs- und Service-Einheiten geht. Den Ankündigungen folgen selten Taten. Manches Mal kann man sogar verstehen, dass die Deutsche Bahn verschiedene Dienstleistungen konzentriert. Aber muss das unbedingt immer in den teuren Metropolen sein? In Zeiten schneller Datenleitungen ist das ein Unding.
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