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Gewerkschaften: V&B scheinheilig, Vereinbarung Farce!

Die Luxemburger Gewerkschaften LCGB und OGBL werfen dem Keramikhersteller Villeroy & Boch „Scheinheiligkeit“ bei der Werksschließung vor.

Luxemburg. Die Gewerkschaften LCGB und OGBL gehen auf Konfrontationskurs zu Villeroy & Boch (V&B). Die mit dem Keramikhersteller vereinbarten Bedingungen in Verbindung mit der Schließung des Werkes im luxemburgischen Rollingergrund seien eine Farce, sagt Alain Mattioli von der Gewerkschaft OGBL.

Die Gewerkschaft hatte mit V&B verhandelt, dass Mitarbeiter, die eine neue Arbeitsstelle in Aussicht haben, freigestellt werden können, ohne den Anspruch auf eine Abfindung zu verlieren. Ausgenommen seien davon nur Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. „Ich gehe davon aus, dass bei 230 Mitarbeitern dann 150 freigestellt werden können“, sagt Mattioli. Stattdessen aber habe V&B nur 30 Freistellungen in Aussicht gestellt – der Rest seien Schlüsselpositionen, ohne die die Produktion nicht aufrecht erhalten werden könne. V&B-Werksleiter Charles de Theux verteidigt die Linie des Unternehmens: Angesichts eines hohen Krankenstandes würde schnell die Produktionssicherheit gefährdet. Dann müsse man vom Drei-Schichten-Betrieb auf zwei Schichten herunterfahren, wodurch noch mehr Arbeitsplätze kurzfristig gefährdet werden.

Laut de Theux soll das Werk in zwei Schritten heruntergefahren werden. Im zweiten Quartal 2010 soll die erste Linie stillgelegt werden, die zweite Linie folgt im vierten Quartal. Die Empörung der Gewerkschaft ausgelöst hatte der Fall einer 47 Jahre alten langjährigen Mitarbeiterin, die eine Anstellung bei der Gemeinde in Aussicht hatte. Das Unternehmen bezeichnete die Frau, die an einer Glasurmaschine arbeitete, als unersetzbar und stimmte deshalb der Freistellung nicht zu. Natürlich stehe es ihr frei, ohne eine Abfindung zu kündigen, sagte de Theux. Das Unternehmen könne aber nur schwer auf sie verzichten, weil es zwei Monate dauere, eine Ersatzkraft einzuarbeiten.

Das sehen die Gewerkschaften anders: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Frau am Band nicht zu ersetzen ist“, sagt Marcel Goerend von der Gewerkschaft LCGB. Er kündigt für die anstehenden Verhandlungen für einen Sozialplan eine harte Haltung der Gewerkschaften an. jwo
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