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Gewitter führen zu Störfällen

Saarbrücken. Auf der Chemieplattform von Carling wird’s gefährlich, wenn der Blitz einschlägt und der Strom ausfällt. Zu diesem Eindruck muss man gelangen, wenn man sich die Szenarien der letzten beiden großen Störfälle in der von Total Petrochemicals France (TPF) betriebenen Chemieanlage betrachtet. Diese hatten sich am 24. Juni 2005 und am 15. Juli 2009 ereignet, wobei vorgestern zwei Menschen ums Leben kamen und sechs weitere verletzt wurden.

Im ersten Fall gab es freitagabends ein Gewitter, in dessen Verlauf gegen 19.51 Uhr die Stromversorgung ausfiel. Damals seien die Notstromaggregate zwar angesprungen, behauptete die TPF-Spitze, doch kam es zu Komplikationen, als nach zwei Minuten wieder die Versorgung aus dem Stromnetz zur Verfügung stand. Dadurch flogen Sicherungen heraus, einzelne Anlagen waren ohne Strom. Und die Styrolproduktion geriet wegen Überhitzung außer Kontrolle. Dann brachen zwischen 20.08 und 20.20 Uhr mehrere Barrieren, so dass über sechs Tonnen Styrol entwichen. Anschließend waberte über dem riesigen Chemiegelände Zeit eine explosive Styrolwolke, die bei den Anwohnern in Hôpital zu teils schweren Reizungen der Atemwege führte. Eine Meldung an die Behörden oder eine Warnung an die Bevölkerung wurde damals nicht herausgegeben.

Diesmal stand am Anfang des Unglücks auch ein Gewitter. So erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung, dass die Anlage am Montag, 13. Juli, „wegen schwerer Unwetter abgeschaltet“ worden sei. Als man den Steamcracker, in dem Rohöl unter hohem Temperaturen in einzelne Stoffe wie Äthylen oder Propylen aufgespalten wird, am Mittwochmorgen wieder anfahren wollte, gab es zunächst Störungen, die zur Folge hatten, dass man Chemikalien abfackeln musste. Um 15.15 Uhr, immer noch in der Anfahr-Phase am Steamcracker, kam es schließlich zur fatalen Explosion eines Erhitzers, die für zwei Arbeiter den Tod bedeutete. Die Untersuchungen der Explosionsursachen waren gestern noch nicht abgeschlossen.

Unterdessen verlangten die SPD, die Grünen und die Linken eine bessere grenzüberschreitende Information bei Störfällen in dem Chemiewerk. Da die Explosion und die Rauchwolke auf deutscher Seite wahrgenommen worden wären, hätte man auch die Bevölkerung über die Ursachen aufklären müssen, forderten Sprecher der drei Parteien.
Gerhard Franz (SZ)



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