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Gibt Hinschberger FDP-Vorsitz ab?

Horst Hinschberger.

Horst Hinschberger.

Saarbrücken. Hinter den Kulissen der Saar-Liberalen rumort es weiter kräftig. Nachdem Parteichef Christoph Hartmann bei einem Treffen mit dem Neunkircher FDP-Kreisvorstand eine Lösung des internen Konflikts um Fraktionschef Hinschberger im Rahmen eines „Ausstiegsszenarios“ für das erste Quartal 2011 in Aussicht gestellt hat, wächst der Druck auf Hinschberger und Hartmann. Anlass für Rücktrittsforderungen gegen Hinschberger war dessen Strafanzeige gegen den Ehrenvorsitzenden Werner Klumpp und andere prominente Liberale in Zusammenhang mit der liberalen Stiftung „Villa Lessing“.
Zwischenzeitlich gerät auch Hartmann in die Kritik. Peter Müller, FDP-Chef im Saarpfalz-Kreis, sieht „das Ansehen der Partei auf einem historischen Tiefpunkt“. Er spricht von einer „hausgemachten Führungskrise“. Der Zustand der FDP Saar sei „Besorgnis erregend“. Es stelle sich konkret die Frage, wie Führungskräfte miteinander umgehen. Hartmann habe Hinschberger „wie eine heiße Kartoffel fallen lassen“, ohne vorher mit ihm zu sprechen.
Hinschberger, der erkrankt ist und gestern nicht zu erreichen war, hat angeblich gegenüber mehreren Parteifreunden angedeutet, er sei bereit, auf den Fraktionsvorsitz zu verzichten und ins zweite Glied zu rücken. Er erwartet aber offenbar, dass Hartmann im Gegenzug sein Landtagsmandat aufgibt und sich dann auf Ministeramt und Parteivorsitz konzentriert. Nachrückerin für Hartmann über die Landesliste wäre die stellvertretende Landesvorsitzende Martina Engel-Otto. Von dieser Personal-Spekulation hat auch der liberale Generalsekretär Rüdiger Linsler erfahren. Er wollte dies aber nicht kommentieren, versprach vielmehr sich selbst intensiv in die interne Kommunikation einzuklinken: „Es muss sich etwas ändern.“
Hartmann sagte gestern, für ihn sei der Verzicht auf sein Landtagsmandat kein Thema: „Die Frage stellt sich nicht.“ Mit Hinschberger sei er in Kontakt. Hartmann weiter: „Wir müssen Entscheidungen treffen“. Dies dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden. In der FDP wird auch die Frage laut, was genau Hartmann von Hinschbergers Strafanzeige gegen Stiftungs-Verantwortliche erfahren hat. Hartmann erklärte dazu, er habe gewusst, dass Hinschberger bei der Stiftung strafrechtlich relevante Vorgänge vermutete. Er sei aber nicht darüber informiert worden, dass die Strafanzeige sich persönlich gegen den Ehrenvorsitzenden Klumpp richtete. mju
 
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