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Gibt es zu wenig Handwerker im Saarland?

Fehlen im Saarland wirklich Installateuere?

Fehlen im Saarland wirklich Installateuere?

Handwerkskammer und Innung wehren sich gegen den Vorwurf des Vorstandsvorsitzenden von Villeroy & Boch, Frank Göring, es gebe zu wenige Installateure. Göring hatte kürzlich beklagt, wegen des Mangels an Installateuren komme es immer häufiger zu Verzögerungen bei Aufträgen.

Kammer-Hauptgeschäftsführer Georg Brenner verweist darauf, dass in den vergangenen fünf Jahren sowohl die Zahl der Betriebe als auch die der Auszubildenden sowie der Beschäftigten konstant geblieben sei. Demnach arbeiten derzeit 3721 Beschäftigte an der Saar im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klempnertechnik, bundesweit 301472.
Allerdings räumt er ein, dass diese Handwerker jetzt deutlich mehr zu tun haben. Denn die Aufgaben seien inzwischen wesentlich vielfältiger. Vermehrt würden sie sich um die energetische Gebäudesanierung aber auch moderne Niedrig-Energie-Heizungssysteme kümmern. Zudem gebe es angesichts niedriger Zinsen immer mehr Menschen, die Immobilien kaufen und anschließend renovieren.

Das Problem Nachwuchsmangel werde jetzt allerdings auch akut – bedingt durch den Rückgang der Bevölkerung. So sei 2013 die Zahl der Auszubildenden im Handwerk um zehn Prozent gesunken. Dem begegnet das Handwerk durch gezielte Werbung in Schulen, in der auch die Aufstiegschancen bis zum Meister oder sogar zum Inhaber eines eigenen Betriebs dargestellt werden. So werde vieles versucht, um die Attraktivität des Handwerks bei jungen Leuten zu steigern. Martin Weisgerber, Geschäftsführer der Landesinnung Saarland für Sanitär-, Heizungs- und Klempnertechnik, kann ebenfalls keinen Mangel an Installateuren in der Region erkennen. „Wir haben stabile Verhältnisse sowohl in der Ausbildung als auch bei Neueinstellungen“, sagt Weisgerber. Um eine möglichst gute Ausbildung anbieten zu können, betreibe die Innung sogar ein eigenes Ausbildungszentrum im Saarbrücker Industriegebiet Süd. Allerdings leide das Saar-Handwerk darunter, dass Industriebetriebe mit höheren Löhnen immer mehr gut ausgebildete Handwerker abwerben. Dieser Trend werde auch künftig bestehen bleiben.

Weisgerber sieht aber andere Argumente für ein Engagement im Handwerk als nur die Entlohnung: „Ein Handwerker sieht am Ende des Auftrags direkt das Ergebnis seiner Arbeit.“
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