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Giftiges Jakobs- Kreuzkraut breitet sich aus an der Saar

Die saarländische Landwirtschaftskammer warnt vor dem in diesem Jahr verstärkt auftretenden Jakobskreuzkraut. Das kann vor allem bei Tieren zu Vergiftungen führen, birgt aber auch Gefahren für den Menschen.

Saarbrücken. Seine Blüten strahlen in leuchtendem Gelb, die Blätter in saftigem Grün, es ist ein sonniger Anblick, den das Jakobskreuzkraut bietet. Der Schein trügt jedoch, denn das buschige Gewächs ist giftig. Seine starke Verbreitung macht Landwirten und Pferdehaltern zu schaffen, kann doch der regelmäßige Verzehr bei den Tieren zu einer tödlichen Gefahr werden.

Seine Pracht entfaltet das Jakobskreuzkraut an Weges- und Feldrändern, auf Ackerbrachen und auch auf Wiesen und Weiden. Den Namen verdankt es seiner vollen Blütezeit an Jacobi, also dem 25. Juli. Das Kraut genießt sichtlich den Hochsommer und nutzt dabei gleich die Gelegenheit, seinen Samen in alle Winde zu verstreuen. "Die Verbreitung nimmt eine katastrophale Entwicklung an", erklärt Klaus-Peter Brück von der Landwirtschaftskammer des Saarlandes.

Das Jakobskreuzkraut produziert Pyrrolizidinalkaloide, ein Gift, das bei Tieren ernsthafte Erkrankungen verursachen und bei einer zu hohen Dosis gar zum Tod führen kann. Für gewöhnlich meiden Rinder und Pferde auf der Weide die gelb leuchtende Pracht wegen ihres bitteren Geschmacks von alleine. Gelangt das Kraut jedoch mit der Mahd in Futtermittel, wie Heu oder Silage, wird es gefressen. Dann kann sich die toxische Wirkung auf Leber, Lunge, Herz und Niere auswirken. "Ziemlich sicher kann davon ausgegangen werden, dass die Gifte im Jakobskreuzkraut auch für den Menschen ein gesundheitliches Risiko darstellen", warnt Franziska Nicke, die sich bei der Landwirtschaftskammer intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt.  Das Bundesinstitut für Risikoforschung habe Untersuchungen angestellt und Spuren des Giftes in Honig und Salatmischungen gefunden.

Häufiges Mähen und Pflanzen ausrupfen sind einfache Methoden, dem Kraut auf die Pelle zu rücken. Es gibt auch die Möglichkeit der chemischen Keule. "Wir haben im vergangenen Jahr Mitarbeitern im Straßenbauwesen einen Lehrgang zur Vernichtung mit Pflanzenschutzmittel angeboten", so Brück.

Für Stefan und Karin Zenner vom Marienhof bei Rehlingen-Siersburg kommt der Einsatz chemischer Mittel nicht in Betracht. Sie haben einen Biobetrieb mit Milchwirtschaft, und wie Karin Zenner meint, bleibt ihnen nur das Ausrupfen übrig. "Es ist dieses Jahr aber ganz schön viel", sagt sie. Und dennoch wollen sie versuchen, durch konsequentes Abernten dem Kraut Herr zu werden.

Von Vergiftungen bisher verschont sind auch die Pferde auf dem Ponsheimer Hof im Mandelbachtal, wie Gestütsbesitzer Heribert Klein erklärt. Das giftige Kraut ist für ihn allerdings schon ein Ärgernis, schließlich koste es viel Zeit, die Pflanzen mit Hacke und Schaufel zu bekämpfen. "Es ist aber fast schon ein hoffnungsloser Kampf, den wir hier führen", sagt Klein resigniert.

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