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Gillian D'Hondt ist bei den Saarlouis Royals gelandet

Saarlouis. Stockton in den USA. Waregem in Belgien. Rhonda in Wales. Pontedera und Cagliari in Italien. Aviles in Spanien. Und jetzt Saarlouis. Vor sechs Jahren kam die Basketballerin Gillian D'Hondt nach Europa und spielte dort jedes Jahr für einem anderen Verein. Eine echte Legionärin also. Seit diesem Januar steht die gebürtige Amerikanerin bei Bundesligist Saarlouis Royals unter Vertrag.

Die 27-Jährige hat nicht nur durch ihre zahlreichen Vereinswechsel schon viel erlebt. Neben der amerikanischen besitzt sie auch die englische Staatsbürgerschaft und wurde 2006 erstmals in das Aufgebot der englischen Nationalmannschaft berufen. Noch im selben Jahr konnte sie mit dieser die Bronzemedaille bei den „Commonwealth Games“ gewinnen.

Der Austragungsort der Spiele, Melbourne, scheint ein gutes Omen für die D'Hondt-Familie zu sein. Bereits 1956 konnte Gillians Vater Walter D'Hondt in der zweitgrößten Stadt Australiens eine Medaille einfahren. Bei den Olympischen Spielen gewann der Ruderer im Vierer ohne Steuermann auf Anhieb Gold. Und das, obwohl er diese Sportart damals erst seit einem Jahr betrieb. „Mein Vater ist mein Held. Ich bewundere ihn sehr, und er ist immer für mich da. Er ist einfach ein toller Mensch“, schwärmt die Centerspielerin von ihrem Vorbild.

Wie er damals verfolgt die sympathische, 1,90 Meter große Frau ehrgeizig ihre Ziele. Fest im Blick: Olympia 2012 in London. Auf der britischen Insel möchte sie wieder für das Geburtsland ihres Vaters an den Start gehen: „Es ist eine Ehre, für die Nationalmannschaft zu spielen, dann noch im eigenen Land. Ich möchte mich so weiterentwickeln, dass ich wieder einen Platz im englischen Aufgebot bekomme.“

In Europa sieht Gillian D'Hondt für das Erreichen ihres Ziels die besten Voraussetzungen. In die amerikanische Basketball-Profiliga WNBA zieht es sie nicht: „Ich mag Europa und will auf alle Fälle hier bleiben. Nach meiner Spielerkarriere möchte ich hier auch als Trainerin arbeiten.“

Derzeit bezieht „Gil“, wie sie auch genannt wird, mit dem zweiten Winter-Neuzugang der Royals, Candyce Bingham, eine Wohnung in Saarlouis. Seit ihrer Zeit in Italien immer mit dabei ist Hündin Lillie. Die ist seit drei Jahren eine der wenigen Konstanten in Gillians von Umzügen geprägten Leben: „Es ist schön, immer jemanden an seiner Seite zu haben.“

Eine weitere Konstante, derer sie sich allerdings zu entledigen versucht, weckt Erinnerungen an den ein oder anderen deutschen Fußballverein. „Ich habe noch nie einen Titel gewinnen können“, berichtet D'Hondt lachend und gesteht: „Das ist mir irgendwie peinlich. Vor allem mit der College-Mannschaft waren wir richtig gut, aber am Ende hat es immer nur für den zweiten Platz gereicht. Mit den Royals will ich endlich mal etwas gewinnen.“

Zumindest den nächsten Schritt dorthin kann „Gil“ heute in der Saarlouiser Stadtgartenhalle machen. Mit ihrem Team trifft sie dort in der Europapokalrunde der letzten 32 um 20 Uhr auf Dexia Namur.Saarlouis. Heute Abend geht es für die Saarlouis Royals um den Einzug in das Europapokal-Achtelfinale. In der Saarlouiser Stadtgartenhalle ist um 20 Uhr der belgischen Meister Namur zu Gast, den die Royals im Hinspiel vor einer Woche mit 95:71 abfertigen konnten. Dementsprechend gut stehen die Chancen auf das Weiterkommen.

Dass dieses Polster auch Gefahren birgt, weiß Trainer René Spandauw: „Wir haben uns zweifellos eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen. Allerdings dürfen wir Namur nicht unterschätzen, das wird kein Selbstläufer.“ Die Ausrichtung ist, typisch für Erfolgsmensch Spandauw, offensiv: „Ich coache, um Spiele zu gewinnen – nicht, um ein Ergebnis zu verwalten. Es geht schließlich um den größten Erfolg für Saarlouis auf europäischer Ebene.“ Und: Trotz der bis dato hervorragenden Saison sieht Spandauw noch Steigerungspotenzial. zen

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