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Gläubigerversammlung heute: Globus macht Druck bei Max Bahr

Die saarländischen Globus Fachmärkte erhöhen den Druck in den Verhandlungen um den Verkauf der insolventen Baumarktkette Max Bahr. Ende vergangener Woche hat Erich Huwer, Geschäftsführer der Globus Fachmärkte, im „Baumarktmanager“ öffentlichkeitswirksam den Ausstieg aus den Verhandlungen verkündet: „Diese Mieten kann kein Mensch bezahlen“, sagte Huwer der Fachzeitschrift.

Hinter den Kulissen wird aber weiter fieberhaft verhandelt. Und Huwer ist mit seiner Baumarktgruppe weiter beteiligt. Sein Ziel: Die Mieten der Max-Märkte zu senken. Diese gehören zum größten Teil der Immobiliengesellschaft Moor Park. 68 Baumärkte und 35 weitere Max-Bahr-Immobilien listet Moor Park auf der eigenen Internet-Seite auf. Mieteinnahmen 35 Millionen Euro pro Jahr. Hier, so heißt es aus Verhandlungskreisen, hätten die Saarländer Nachbesserungsbedarf angemeldet.

Inwieweit Moor Park bei den Mieten nachgibt, ist allerdings noch offen. Für heute hat Moor-Park-Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann eine Gläubigerversammlung angesetzt. Eine solche Entscheidung treffe er nur mit Absprache mit den Gläubigern, sagt Brinkmann. Größter Gläubiger dürfte die Royal Bank of Scotland sein. Diese hatte bei der Übernahme der Max Bahr Immobilien durch die Hamburger Moor Park Property Management GmbH 2007 den Kredit über 750 Millionen Euro bereitgestellt. Moor Park Property Management, eine Tochter der britischen Moor Park Capital Partners LPP, hatte Mitte 2012 Insolvenz angemeldet.

Zwar wird Globus in Verhandlungskreisen immer wieder als Favorit bei der Übernahme von Max Bahr genannt, doch Huwer ist bei weitem nicht am Ziel. Und auch die Dortmunder Hellweg-Gruppe hat großes Interesse an einer Übernahme der Kette angemeldet. Hellweg ist ein ernstzunehmender Konkurrent: Die Baumarkt-Kette hat bereits seit Jahren eine Einkaufskooperation mit Max Bahr und sieht eigenen Angaben zufolge viele Parallelen, unter anderem in der Führungskultur und dem Markenverständnis, mit dem Hamburger Unternehmen. Zweifel gibt es offensichtlich an der Finanzierung der Übernahme durch Hellweg, die erst vor zwei Jahren die Baywa-Bau- und Garten-Märkte übernommen hat. Globus wiederum gilt als ausreichend finanzstark um die Übernahme zu stemmen.

Fortschritte gibt es unterdessen bei der Praktiker-Transfergesellschaft. Dort sind bereits Anfang Oktober die ersten Mitarbeiter aus den 51 Praktiker-Märkten eingetreten, die geschlossen werden. Zum 1. November sollen nach Informationen aus dem Unternehmen bereits 70 Prozent der Praktiker-Mitarbeiter in die Transfergesellschaft gewechselt sein. Je nach Betriebszugehörigkeit sollen sie dort drei bis sechs Monate auf eine neue Tätigkeit vorbereitet werden. Unabhängig vom weiteren Verlauf ist die Transfergesellschaft nach Angaben aus Verhandlungskreisen gesichert. Um ihren Bestand sicherzustellen, seien mehrere Millionen Euro pfändungssicher auf Treuhandkonten hinterlegt worden.

 
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