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Glückskäfer wollen überwintern

Die einheimischen Marienkäfer haben sieben Pünktchen auf den Flügeln. Sie sind nicht nur bei Kindern beliebt, weil sie so dekorativ aussehen, sondern auch bei den Gartenlliebhabern, denn sie fressen Blattläuse weg. Derzeit suchen sie sich ein Winterquartier. Foto: dpa

Die einheimischen Marienkäfer haben sieben Pünktchen auf den Flügeln. Sie sind nicht nur bei Kindern beliebt, weil sie so dekorativ aussehen, sondern auch bei den Gartenlliebhabern, denn sie fressen Blattläuse weg. Derzeit suchen sie sich ein Winterquartier. Foto: dpa

Der Marienkäfer hat bekanntlich Punkte auf dem Rücken. Das gefällt vor allem den Kindern. Und sie stellen auch immer wieder gerne fest, wie viele es sind: mal sieben, mal neun, mal fast 20. Dieses originelle Kleid hat dem Marienkäfer zu großer Beliebtheit verholfen, er wird auch gerne als Glücksbringer benutzt.

Weniger glücklich sind derzeit allerdings Bewohner von Häusern, die der Marienkäfer sich als Winterquartier ausgesucht hat. Denn dann findet sich gleich mal eine gepunktete Hundertschaft ein, um Rolllädenkästen, Zwischenräume von Dachsparren oder Kellerfenster-Ecken in Beschlag zu nehmen. Coccinella septempunctata – so heißt der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer auf lateinisch – und seine Verwandtschaft bringen es allein in Mitteleuropa auf 70 verschiedene Arten.

Auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren sitzen Marienkäfer derzeit gruppenweise und teils sogar in großen Schwärmen auf Balkongeländern, Hauswänden und Pflanzen. Meist handelt es sich dabei allerdings um asiatische Marienkäfer. „Was wir im Moment verstärkt beobachten, ist vor allem die asiatische Art“, betont auch Martin Lillig vom BUND Saar, der sich mit Käfern besonders gut auskennt.

Die asiatischen Verwandten der hiesigen Marienkäfer, auch Harlekin-Käfer genannt, haben mindestens 19 Punkte auf dem Buckel und sind es gewohnt, sich im Winter in Höhlen zu verkriechen, „um frostfreie Räume zu haben“, so Lillig. Und so fliegen sie derzeit massenhaft geschützte Bereiche von Häusern an. Der aus Asien stammende Harlekin-Marienkäfer mit den über 19 Punkten ist in vielen Regionen Deutschlands inzwischen häufiger als die heimischen Arten. Das war so eigentlich nicht beabsichtigt, erklärt Lillig. Marienkäfer haben die Eigenschaft, Blattläuse zu verzehren, was sie im 19. Jahrhundert in Amerika sehr beliebt machte.

Man brachte die Harlekin-Käfer, Harmonia axyridis genannt, massenhaft auf den Feldern aus, auch um Insektenlarven wegzufressen. „Irgendwann schafften sie es dann, bis nach Europa zu kommen und sind jetzt hier im Vormarsch“, so Lillig. Außerdem wurde der asiatische Käfer auch schon hierzulande gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt, „und irgendwann ist er dann natürlich aus dem Gewächshaus ausgebüxst“.

Im Jahr 2004 tauchte der Harlekin erstmals im Saarland auf, „2008 war das große Jahr der asiatischen Marienkäfer, man sah sie nur noch“. Schaden sie den einheimischen Arten? Das könne man noch nicht sagen, so Lillig, Tatsache sei aber, dass sie größer und gefrässiger seien als die mitteleuropäischen Sieben-Punkt-Käferchen. Und sie haben keine natürliche Feinde, denn sie schmecken total bitter.

Sogar Rabenvögel, die nicht zimperlich sind, spucken die asiatischen Vettern auf der Stelle wieder aus. Marienkäfer stehen nicht unter Naturschutz, man kann sie also aus häuslichen Bereichen entfernen. Haben sie sich aber einen Laubhaufen in Garten zum Überwintern ausgesucht, sollte man sie dort in Ruhe lassen und sie nicht mit dem Laubbläser in die Luft jagen.

Der Harlekin frisst nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Die sechs Millimeter großen, schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken.

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