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Göttelborner Oberflächen-Spezialist Nanogate wächst rasant

Mit Nanotechnologie können Produkte veredelt werden.

Mit Nanotechnologie können Produkte veredelt werden.

  „Go 50!“ – so knapp formuliert das Ziel. „Go 50!“ – damit visiert der Göttelborner Spezialist für Nano- Oberflächen „die Marke von 50 Millionen Euro Umsatz“ an, sagte Nanogate-Chef Ralf Zastrau gestern auf der Hauptversammlung der Aktionäre. 2012 legten die Erlöse um 15 Prozent auf 38,2 Millionen Euro zu, für dieses Jahr erwartet der Vorstandschef wieder ein Plus um einen zweistelligen Prozentwert. Die 40 Millionen wären dann bereits überschritten. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente Nanogate 5,6 Millionen Euro. Den Wert will der Vorstand auch 2013 erreichen.

Angesichts der „Bestmarken“ schlug Zastrau vor, erstmals eine Dividende auszuschütten – zehn Cent pro Aktie. Dem stimmten die Aktionäre wie erwartet zu. Das rasante Wachstum resultiert aus den Investitionen der vergangenen Jahre: Millionen flossen in Forschung und Entwicklung. Der Baukasten für ultradünne Nano-Beschichtungen, die Materialien zum Beispiel vor Korrosion und Schmutz schützen, sollte erweitert werden. Zukäufe brachten zusätzliche Kompetenz auf dem Gebiet veredelter Kunststoff-Oberflächen.

Nanogate hat sich so inzwischen zu einer Unternehmensgruppe gemausert – mit mehreren Standorten in Deutschland und den Niederlanden. Millionenaufträge sind die Folge. Einen Wachstumsschub bringen zum einen Heizungshersteller. Nanogate hat ein Verfahren entwickelt, um Wärmetauscher leistungsfähiger und haltbarer zu machen. „Das rechnet sich für alle Beteiligten sehr schnell“, sagte Zastrau. Nach der Einführung durch einen Großkonzern hat sich mit Brötje nun ein zweiter Hersteller „entschieden, alle Produkte damit auszustatten“. An dieses Verfahren knüpfen sich auch Investitionen in sechsstelliger Höhe im Saarland. Seit Ende 2012 beschichtet Nanogate Wärmetauscher in einer Außenstelle in Spiesen. Mit Blick auf weitere Aufträge prüft Nanogate eine Ausweitung der Produktion.

Zastrau hatte 2012 in Aussicht gestellt, im Saarland mittelfristig bis zu 50 Jobs zu schaffen. Daran hält er weiterhin fest. Insgesamt beschäftigt Nanogate knapp 350 Mitarbeiter, davon gut 70 im Saarland.

Der zweite Wachstumstreiber ist aus Sicht Zastraus die Kunststoffsparte und das sogenannte Glazing. Dabei geht es um Kunststoffteile, die wirken, als bestünden sie aus Glas. Zugleich bekommen sie durch die Beschichtung weitere Eigenschaften. Zum Beispiel sind sie kratzfest und witterungsbeständig.

Das Material habe große Vorteile gegenüber Glas. Es sei viel leichter, was gerade im Autobau wichtig sei. Und man sei viel freier im Design, weil Kunststoff sich viel einfacher formen lasse. „Der Markt für Glazing liegt im dreistelligen Millionenbereich. Da kann Nanogate noch wachsen“, sagte Zastrau.

In Schwarz glänzen diese Kunststoffteile wie ein lackiertes Klavier und wirken daher sehr hochwertig. Darauf springen offenbar die Hersteller von Premium-Autos an. So heimste Nanogate den größten Auftrag der Firmengeschichte von einem deutschen Autobauer ein. Es geht dabei über mehrere Jahre verteilt um einen zweistelligen Millionenbetrag. Diese Karosserieteile „müssen optisch perfekt sein. Solche Oberflächen kann nicht jeder herstellen. Das Verfahren läuft im Reinraum ab. Denn wenn ein Staubkorn auf einer Komponente ist, kann man das ganze Teil aussortieren“, sagte Zastrau. Noch ein paar solche Aufträge – und die 50-Millionen- Marke beim Jahresumsatz ist geknackt.

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