B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

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Goldhandel: Das sollte man beim An- und Verkauf beachten

Regionalverband. „Goldankauf“, überall „Goldankauf“, und dann auch noch zu „Spitzenpreisen“. Wo früher Backstuben und Bastellädchen mit mäßigem Erfolg ihre Waren anboten oder Leerstände gähnten, sind neue Mieter eingezogen. Fast in jedem größeren Dorf hat sich ein Gewerbe niedergelassen, das man bis vor wenigen Jahren nicht kannte. Allein im Regionalverband dürften es mehrere Dutzend sein.

Der Goldpreis, der etwa viermal so hoch ist wie vor sieben Jahren, verlockt viele Leute dazu, sich vom Familienschmuck zu trennen und den Erlös für Anschaffungen zu verwenden. Andere sind wohl in Not und darauf angewiesen, Schmuck oder Zahngold in Euro umzuwandeln, um Essen zu kaufen. Hier verkehren Jung und Alt, Arm und Reich. Die Einrichtung der Ankauf- Ladenlokale ist oft spärlich. Manche Inhaber sind „Einzelkämpfer“, andere verlängerter Arm von Goldankauf-Ketten.

Nicht überall hat der Kunde das Gefühl der Anonymität, er sitzt bisweilen wie auf dem Präsentierteller – es ist nicht jedermanns Sache, auf dem Dorf mit einem Verkauf des Familienschmucks in Verbindung gebracht werden.

Frank Pirrung aus Illingen- Welschbach betreibt in Quierschied „Münzfrank“. Der 43- jährige Einzelhandelskaufmann und leidenschaftliche Münzsammler hat sich seit zwei Jahren in einem ehemaligen Sportgeschäft niedergelassen und kauft Gold aus privaten Händen.

Mit 40 Euro je Gramm lag sein Gebot am Tag unseres Besuches nur zwei Euro unter dem Börsentageskurs, den jeder im Internet abrufen kann. Etliche Händler weisen ihre Ankaufkurse bereits in der Außenwerbung aus, andere geben ihre Angebote erst ab, nachdem sie den Goldgehalt der Stücke – hoffentlich korrekt – ermittelt haben.

Der Laie kann nicht nachvollziehen, wie der „Prüfer“ mit Lupe, Waage und Flüssigkeiten den Feingoldgehalt aus einer Legierung „herausrechnet“, hier muss man Vertrauen mitbringen, ebenso wie gegenüber den Ankäufern, die auf dem Versandweg arbeiten („Briefgold“). Die Spanne der Angebote bewegte sich bei unseren Recherchen zwischen 28 und 40 Euro.

Die Ankäufer argumentieren mit ihren Kosten für Miete, Personal und Werbung. Außerdem müsse das Einschmelzen des Metalls in den Scheideanstalten bezahlt werden. Der große Markt kommt dem Kunden jedenfalls zugute. Er kann sich aussuchen, wem er sein Gold verkauft. Pirrung rät jedenfalls, nie das erstbeste Angebot anzunehmen, sondern zwei oder drei Preise einzuholen. Auch der Antiquitätenhandel und die klassischen Schmuckgeschäfte, die auch früher schon Edelmetall von Privat kauften (aber selten damit warben), mischen beim Goldankauf weiter mit und profitieren von ihrem Ruf und dem Vertrauensverhältnis, das zu Stammkunden aufgebaut wurde. Juwelier Kraemer in der Saarbrücker Bahnhofstraße beispielsweise zahlt den tagesaktuellen offiziellen Goldkurs – allerdings in Form eines Warengutscheins. Inhaber Sven Hofer berichtet von einer großen Akzeptanz und ist generell erfreut, dass die derzeitige Gold-Euphorie dem Edelmetall wieder zu einen respektablen Ansehen verholfen habe.

Auch einzelne Banken kaufen Gold, allerdings nur Barren und gängige Münzen (Krügerrand, Philharmoniker, Vreneli), sie sind wegen ihrer hohen Verwaltungsaufwendungen aber oft nicht die Günstigsten.

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