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Gondwana-Debatte im Landtag : Das sagen die Abgeordneten

 Was wird aus den Dinos in Gondwana? Darüber wurde in der Aktuellen Stunde des saarländischen Landtags heftig diskutiert.

Was wird aus den Dinos in Gondwana? Darüber wurde in der Aktuellen Stunde des saarländischen Landtags heftig diskutiert.

Selbst Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich, der zwar wieder den „Subventionsalbtraum“ am früheren Gruben-Standort Reden anprangerte und ein kategorisches Nein zu weiteren öffentlichen Zuwendungen formulierte, ließ zumindest ein Türchen offen für ein weiteres Landesengagement. Ulrich forderte ein schnelles, schlüssiges Gesamtkonzept von der Landesregierung. Das hatten zuvor auch schon der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion der Linken, Heinz Bierbaum, und Piraten-Fraktionschef Michael Hilberer getan.

Hilberer sprach sogar von einem „Schatz, aus dem man was machen kann“, und unterbreitete einige Optimierungsideen. Was bedeutet, dass keine Oppositionsfraktion Reden ganz aufgibt. Trotzdem fühlte sich CDU-Parlamentarier Thomas Schmitt aufgefordert, gegen das oppositionelle „Horror-Szenario“ anzugehen, alle in Reden investierten Steuergelder seien bereits verloren. „So weit ist es noch nicht!“ Der Investor habe kein Interesse an einer Schließung, so Schmitt. Es gehe um eine Rückabwicklung von Verträgen, die das Saarland in den Besitz von Hallen, Gebäuden und Grundstücken bringe.

Ganz und gar optimistisch sehen einige Abgeordnete aus CDU und SPD, die aus der Umgebung von Reden stammen, die Situation. Eugen Roth (SPD), Günter Waluga (SPD) und Tobias Hans (CDU) hielten flammende Plädoyers für eine Fortentwicklung. Reden dürfe nicht auf Gondwana reduziert werden, mahnten sie. Der Standort werde längst als „Erlebniskulisse“ von den Bürgern angenommen. Man brauche weniger Geld als „kreative Ideen“, hieß es.

Von solcherart Zuversicht, ja Euphorie ließ sich allerdings Barbara Spaniol (Linke) nicht anstecken. Sie erklärte, in Reden sei der Landesregierung der „finanzielle Kompass“ verloren gegangen, der Dino-Investor sei gescheitert, Reden ein Lehrstück einer „missglückten Story“ vom Strukturwandel. „Keine Deals und keine Leuchtturmprojekte mehr!“, forderte sie und legte den Finger in die Wunden der Vergangenheit: Von Beginn an habe für Reden eine Werbestrategie gefehlt wie auch eine seriöse Wirtschaftlichkeitsberechnung für Gondwana. Beides will die SPD-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger nachliefern. Sie äußerte sich gestern erstmals ausführlich zum Thema, bekräftigte die Überlegungen ihres Hauses (die SZ berichtete).

Rehlinger sagte: „Der Standort ist nicht gescheitert, aber noch nicht zu Ende entwickelt.“ Man plane einen Zweckverband mit dem Landkreis, der Sitzgemeinde Schiffweiler, womöglich auch mit Kuhl und anderen Vor-Ort-Akteuren. Ziel sei ein Bewirtschaftungskonzept aus einer Hand für die Gesamtbespielung, das „Rosinenpickerei“ verhindere. Gewinnbringer und Kostenverursacher müssten unter ein gemeinsames organisatorisches Dach, so Rehlinger. Wobei gelte: „Wir sind auf Investoren angewiesen.“ Die Ministerin betonte, man werde den in finanzielle Bedrängnis geratenen Gondwana-Investor nicht aus seinen Vertrags-Verpflichtungen entlassen. Sie rückte zudem das Bild vom Leuchtturmprojekt zurecht: „Wir wollen Reden als einen Ort für die Menschen hier, nicht als Aushängeschild.“

Der Oberbürgermeister der Stadt Neunkirchen, Jürgen Fried, sieht weitere Investitionen der öffentlichen Hand in den Gondwana-Park in Landsweiler-Reden skeptisch. Der SPD-Politiker sagte der Saarbrücker Zeitung: „Ich bin der Meinung: Man muss genau prüfen, ob es Sinn macht, noch weiter Geld zu investieren.“ Dies müsse man „deutlicher prüfen, als man es vielleicht in finanziell besseren Zeiten gemacht hätte“. Die Stadt Neunkirchen habe von dem Freizeitpark bisher so gut wie nicht profitiert.

 FDP-Landeschef Oliver Luskic warnte davor, noch mehr Steuergelder in den Dinosaurier-Park zu stecken: „Aus liberaler Sicht ist es nicht Aufgabe eines Haushalts-Notlagelandes, weiter Steuergelder in Gondwana zu investieren, und vor allem nicht Aufgabe, jetzt Seilbahnen zu bauen.“

Die Landesregierung verhandelt derzeit mit Gondwana-Betreiber Matthias Michael Kuhl. Man bestehe auf der Einhaltung der Verträge und werde Kuhl nicht aus den Verpflichtungen der Vergangenheit entlassen, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD). Für Reden ist eine neue Trägerstruktur in Vorbereitung, an der Land, Landkreis und die Gemeinde Schiffweiler beteiligt werden sollen. red
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