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Gondwana-Halle soll Sommer-Rodelbahn werden

In Gondwana soll eine Sommerrodelbahn entstehen (Symbolfoto).

In Gondwana soll eine Sommerrodelbahn entstehen (Symbolfoto).

Reden/Saarbrücken. Stillstand war gestern. Oder nie, das meint der Chef der Staatskanzlei Minister Karl Rauber (CDU), der am Freitag der Saarbrücker Zeitung die Pläne des Landes zur Ausbaustufe II des Ex-Gruben-Standortes Reden vorstellte. Wenige Tage nach seiner Vernehmung als Aufsichtsratschef der Standort-Management-Gesellschaft Industriekultur Saar GmbH (IKS) im Reden-Untersuchungsausschuss. Thema: Verfehlte Subventionspolitik, Millionenverschwendung an ein Tourismus-Leuchtturm-Projekt, das seine Strahlkraft schuldig blieb. Das ist Vergangenheit. Raubers Zukunfts-Botschaft in Kürze: Reden wird zu einem familienorientierten Freizeit- und Naherholungsgebiet.



Erweiterungs-Show-Halle wird gebaut

Die Erweiterungs-Show-Halle (1500 Quadratmeter) für „Das Prähistorium“, die zur Besucherzahl-Stabilisierung dienen soll, wird gebaut. Und zwar mit Landesmitteln (7,7 Millionen Euro). Die Halde wird an einen saarländischen Privatinvestor gegeben, der sie mit einer Sommer-Rodelbahn und einem Rutschen-Parcours belebt und einen Lift installiert. Die auf dem Feld erneuerbare Energien tätige Investmentgruppe Energie Kapital (Mainz) baut ein Jugendhotel mit 100 Betten, eines der ersten Passivhaus-Hotels Deutschlands. Außerdem werden die riesigen begehbaren Wassergärten und das Biotop Brönnchesthalweiher fertiggestellt. Die beiden letztgenannten Projekte werden aus den veranschlagten 35 Millionen Euro finanziert, die die IKS für Infrastrukturmaßnahmen auf dem Gelände veranschlagt hat. Zusätzlich dazu wird das Land für „Gondwana II“ 7,7 Millionen Euro in die Hand nehmen: Die Finanzierung der zweiten Gondwana-Halle, die ursprünglich Investor Matthias Michael Kuhl hatte aufbringen wollen, übernimmt die IKS.

Dann, wenn nach einer europaweiten Ausschreibung ein Betreiber gefunden sei, der plane, baue, unterhalte und betreibe, so Rauber. „Die 7,7 Millionen werden durch Mietpacht refinanziert.“ Obwohl Kuhl bereist ein Konzept habe, sei es nicht sicher, ob er den Zuschlag bekomme. „Es könnte uns nichts Besseres passieren, als dass sich Disney bewirbt“, so der Minister. Kuhls „Prähistorium“ profitiere auch dann von dem Neubau, wenn ein anderer die Show mit robotisch bewegten Riesenechsen einrichte und dadurch mehr Publikum angelockt werde. Rauber bestreitet nicht, dass das Land auf diese Weise für die Liquidität des Betreibers sorgt, sei es Kuhl oder ein anderer.

"Nach Gondwana II ist Schluss"

Als Voraussetzung dafür hat Kuhl Vorleistungen erbracht. Dem Land wurden bereits dieser Tage, wie Rauber betont, rund 45 Hektar Gelände, die in Kuhls Eigentum waren oder auf die er eine Option hatte, notariell zurückübertragen, auch das Halden-Areal. Was bedeutet: Kuhl behält nur seine erste Halle und das Zechenhaus. Rauber erklärt diesen Verhandlungserfolg damit, dass Kuhl drei Millionen Euro Eigenakpital durch eine Insovenz verlieren würde. Er sei hoch interessiert an einem Erfolg. Allerdings hat Kuhl seine Träume vom Freiluft-Gondwana mit Flamingos und Alpaccas final ad acta gelegt. An mangelnder Finanzkraft gescheitert? Oder durch die Erfahrung gewarnt, dass sich nach ihm kein zweiter Unternehmer für ein touristisch strahlkräftiges Projekt fand? Rauber erklärt: „Wir mussten das Heft des Handelns wieder in die Hand bekommen. Wir wollten die Planungshoheit haben.“ Mit den 7,7 Millionen schließe man die Entwicklung des Standorters Reden ab: „Nach Gondwana II ist Schluss. Danach wird die öffentliche Hand nichts mehr investieren.“

Für IKS-Geschäfstführer Karl Kleineberg hat sich damit die IKS-Vision vom „Garten Reden“ voll realsiert. Man habe dort einen Standort „Freizeit und Tourismus“ entwickelt, der die Themen Natur, Technik, Erdgeschichte transportiere. Ausdrücklich schließt Kleineberg aus, Wirtschaftsunternehmen nach Reden zu holen: „Wir betreiben dort keine Ansiedlungspolitik mehr“, erklärt er

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