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Gondwana-Park: SPD sieht 500.000 versteckte Subventionen für Karbonwald-Ausstellung

Die versteckten Subventionen für den Gondwana-Park-Investor Michael Kuhl erhöhen sich nach Meinung der Saar-SPD um 500.000 Euro. Dies wurde gestern im Untersuchungsausschuss Reden deutlich.

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Saarbrücken.
Die Landesregierung plante im Redener Zechenhaus eine erste Standort-belebende Ausstellung zum Thema Kohle, der Gondwana-Investor Matthias Michael Kuhl lieferte den zentralen Teil, einen Karbonwald. Das war 2007, im „Kulturhauptstadtjahr Luxemburg/Großregion“. 500 000 Euro kassierte Kuhl damals von der Industriekultur Saar GmbH (IKS) für die Bereitstellung des Wald-Segmentes.  Später übernahm er es in erweiterter Form in sein eigenes Redener „Prähistorium“. Eine für beide Seiten praktische Sache, ohne Zusatzkosten? Schließlich hatte die CDU-Landesregierung so oder so einen saarländischen Beitrag zu „Best of Nature“ vorgesehen, einem Gemeinschaftsprojekt luxemburgischer, französischer, belgischer und deutscher Museen.

Die SPD-Fraktion bewertet dies alles ganz anders, nämlich als weitere versteckte Subvention, von der vornehmlich Kuhl profitierte. Das wurde gestern im Untersuchungsausschuss Reden deutlich. Man habe „Best of Nature“ nur als Vorwand geplant, um Kuhl weiteres Geld zukommen zu lassen, so die SPD-These. Doch für einen Beleg konnte der gestern geladene Betroffene Hartmut Huber (65) nicht sorgen. 
Nur von Juli 2006 bis Juli 2007 war er bei der IKS fürs Kaufmännische zuständig, als Partner Karl Kleinebergs, der zuvor alleinverantwortlich agiert hatte. Doch Huber strich früh die Segel, bat um Abberufung. Wie er vor dem Ausschuss darlegte, empfand er die Zusammenarbeit als „problematisch“. Er fühlte sich von Informationen abgeschnitten, befürchtete Transaktionen „hinter meinem Rücken. Das wurde mir zu heiß“.

Trotzdem unterschrieb Huber die maßgeblichen Verträge mit, die, wie er sagte, bereits vor seinem Amtsantritt vom Aufsichtsrat genehmigt worden waren.  Der „Best-of-Nature“-Beteiligung – 500 000 Euro Miete für Kuhl, 250 000 Euro für die Ausstattung – habe er erst zugestimmt, nachdem die Kostenschätzung einer Tochtergesellschaft des Senckenberg-Museums vorgelegen hätte. Diese hätte, so Huber, die Kuhlschen Karbonwald-Forderungen als plausibel erscheinen lassen. Grundsätzlich jedoch, dies machte Huber klar, hegte er gegenüber der Wirtschaftlichkeit des Gondwana-Parks eine hohe Skepsis. Das Risiko, das dem Land aus den Verträgen mit dem Investor erwuchs, schätzte Huber als viel zu hoch ein, hier einig mit Mitarbeitern des Finanzministeriums.

Huber berichtete von einer Frontbildung in Debatten: Kleineberg/Kuhl und Huber/Ministerium. Ein Umstand, den die Ausschuss-Vorsitzende Anke Rehlinger (SPD) gegenüber der SZ als „fragwürdig“ bezeichnet: „Es kann nicht sein, dass sich der Geschäftsführer einer Landesgesellschaft wie der IKS ausschließlich auf Seiten des Investors schlägt.“ Und die Obfrau der Linksfraktion, Barbara Spaniol, kritisiert, dass Hubers Bedenken von den Verantwortlichen überhört wurden.

Laut Huber führte er nur ein einziges Gespräch mit dem Aufsichtsratschef Minister Karl Rauber (CDU) über die grundlegenden Differenzen in der IKS-Geschäftsführung. Nachgefragt habe Rauber jedoch nie mehr.


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