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Gondwana- Rettungsgespräche: Minister Hartmann soll vermitteln


Saarbrücken. Gondwana-Investor Matthias Michael Kuhl lässt weiter offen, ob er die Drohung, den Redener Urzeit-Park nächsten Sonntag zu schließen, wahr machen wird. Er ist weiter erkrankt und beantwortete die Fragen von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus schriftlich.

Es mehren sich Stimmen, dass Sie nicht ernst machen werden. Das könnte auch teuer werden, es gibt Arbeitsverträge.
Kuhl:
Die Mitarbeiter liegen mir am meisten von allem am Herzen. Von Haus aus bin ich ja Optimist. Schaun wir mal.

Warum haben Sie diesen Weg gewählt, um die Sache öffentlich zu machen?
Kuhl:
Wir haben das nicht öffentlich gemacht. Wir haben nur den juristisch korrekten Weg gewählt, in dem wir dem Chef der Staatskanzlei und AR-Vorsitzenden der IKS unser Rückabwicklungsangebot unterbreitet haben.

War es eine Affekthandlung? Würden Sie den Brief heute wieder abschicken?
Kuhl:
Es war keine Affekthandlung. Wenn man – wie der Rechnungshof – meint, dass dieses Projekt zu stark gefördert worden ist, dann soll man uns sagen, wie die Alternative zu dieser Förderung aussehen soll. Uns deshalb immer wieder öffentlich zu beschimpfen und die Öffentlichkeit gegen uns aufzuhetzen, ohne das zu würdigen, was wir unter widrigsten Umständen an diesem abgelegenen Standort auf die Beine gestellt haben, kann eine Einrichtung wie die unsere, die sich eine wissenschaftlich korrekte und zugleich öffentlichkeitswirksam unterhaltende Darstellung der Urzeit zur Aufgabe gestellt hat, auf Dauer nicht durchhalten.
Ständig äußern sich irgendwelche selbsternannten Spezialisten aus der Politik zu diesem Projekt, ohne jemals selbst auch nur den Ansatz eines Entwicklungsvorschlags für Reden unterbreitet zu haben und ohne jemals dafür ihr Herzblut, ihre Zeit oder geschweige denn ihr Geld eingesetzt zu haben.
Erst wurde gemeckert, wir würden das nie durchführen, dann wurde gemeckert, wir würden das nie in dem Umfang und in den Fristen schaffen, und als die Leute zu uns strömten, bemühte man den Rechnungshof und ließ ihn drei Jahre, nachdem alle Verträge mühsamst ausgehandelt worden waren, ohne Verständnis für die besondere Förderbedürftigkeit dieser notleidenden ehemaligen Kohleregion darüber richten. Wer will denn in so einem Umfeld noch weitermachen mit einem Projekt, das auf öffentliche Anerkenung angewiesen ist?

Welche Zusagen wurden vom Land nicht eingehalten?
Kuhl:
Wesentlich für unser Investment war und ist die direkte Anbindung an den Bahnhof und dessen Wiederherstellung sowie weitere Ansiedlungen auf dem Standort, die alle nicht eingetreten sind. Jetzt müssen wir mit Hochdruck selbst dafür sorgen, was uns zusätzliche Ausgaben abverlangt, die wir nicht eingeplant hatten. Die Besucher wollen eine Angebotsvielfalt auf einem abgelegen Standort vorfinden, damit sie die nötige Abwechslung vorfinden, die ihnen einen längeren Aufenthalt ermöglicht. Sonst kommen sie nicht von weiter entfernt.

Seit Oktober kursiert eine Besucherzahl von rund 200 000. Wie lautet die korrekte Zahl vom 31.12. 2009?
Kuhl:
200 222, inclusive freier Gruppen.

Wie viel Geld haben Sie durch Eintritte eingenommen?
Kuhl:
Solche Zahlen veröffentlichen wir nicht.

Welche Investitionen sind nötig, um Gondwana weiterzubetreiben?
Kuhl:
Wir haben im letzten Jahr sicher mehr als 1,6 Millionen Euro Kosten aufwenden müssen und haben für 2010 mit entsprechenden Aufwendungen gerechnet. Ohne die ursprünglich vorgesehene Neuinvestition für die Phase zwei.

Wie hoch sind die Kosten des laufenden Betriebes?
Kuhl:
Die Bilanz ist noch nicht erstellt. Die Fixkosten sind gedeckt.

Das heißt, Einnahmen und Kosten gehen null auf null auf?
Kuhl:
Nein. Es läuft besser, nämlich profitabel.



Rechnungshof-Kritik nicht gegen Investor gerichtet


Saarbrücken. Der Landesrechnungshof hat in der gestrigen Sitzung des Haushalts-Unterauschusses offensichtlich klar gestellt, dass er nicht die Absicht hatte, den Investor zu kritisieren. Dies bestätigten alle Manche Formulierung möglicherweise interpretierbar verfasst war, so dass es im Zusammenhang mit Medienberichten zu einer Wahrnehmungsschieflage kam.“ Die dreistündige Sitzung brache jedoch keine Klarheit. SPD und Linke sehen weiter „Ungereimtheiten“ und Kritikpunkte der Prüfer bestätigt, etwa, dass das Land 25 Jahre lang einen zu hohen Mietpreis für das Zechenhaus zahlen muss. Dem hingegen nimmt der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Thomas Schmitt mit, dass „die Förderung ordnungsgemäß verlief“.

Schmitt verweist auf eine gestern erfolgte Korrektur bezüglich der monierten fehlenden juristischen Sicherheit zur Rückübertragung des Zechenhauses. Nuns stehe fest, dass diese, wie von der Landesregierung immer dargelegt, durchaus unmissverständlich geregelt sei, in einer notariellen Urkunde und mit einer Grundbucheintrag. Dies bestätigt der Ausschuss-Vorsitzende Magnus Jung (SPD). Der SZ sagte er, die vom Investor eingeforderte Brücke (3 Mio.), müsse gebaut werden, dies sei vertraglich festgelegt und müsse geleistet werden. Jung sieht durch die undurchsichtige Vertragsgestaltung eine „wettbewerbsverzerrende“ 100-Prozent-Subventionierung des Investors gegeben, die gegen Gesetze verstoße. Jung kündigte weitere Sondersitzungen an. Man werde sich alle Verträge und Gutachten vorlegen lassen.

Der Geschäftsführer der Industriekultur Saar GmbH Karl Kleineberg, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, prognostiziert „eine gute Lösung“ für Gondwana. Kuhls Vorpreschen wirke als „reinigendes Gewitter“, es gebe am Standort Verbesserungsbedarf. Wie die SZ erfuhr, könnte es kommende Woche mehrere „Rettungsrunden“ geben. Eingeladen wurde bereits zum ersten, der Termin wird jedoch nicht veröffentlicht. Die Federführung hat Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) übernommen.ce




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