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"Gotteslob": Bistümer Trier und Speyer verweigern Abnahme

Seit zwölf Jahren schon warten Katholiken in Deutschland, Österreich und Südtirol auf das „Gotteslob“. So lange wird an der Neuauflage des Gebet- und Gesangbuches gearbeitet. Wegen der vielen Beteiligten – insgesamt 37 deutschsprachige Diözesen – eine Herkulesaufgabe, an der auch das Deutsche Liturgische Institut in Trier beteiligt war. Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Adventszeit sollte das neue Gesangbuch vorliegen, hieß es noch im Februar bei der Bischofsvollversammlung in Trier. Moderner soll es sein und – durch die größere Schrift – auch wesentlich besser lesbar. Doch ausgerechnet wegen der Nicht-Lesbarkeit von Gebeten und Liedern gibt es derzeit in vielen Bistümern heftigen Knatsch. Mindestens zehn der 27 deutschen Diözesen sollen sich über die Papierqualität beschwert haben.

„Es ist so dünn, dass andere Seiten durchscheinen“, sagt der Sprecher der Erzdiözese München-Freising. „Sie sehen, dass Sie nichts sehen“, sagt ein hoher Trierer Geistlicher und fügt hinzu: „Wenn das ältere Mütterlein so etwas in die Hände bekommt, wird sie wahnsinnig.“
Das Bistum Trier räumt offiziell lediglich ein, es sei von den Meinungsverschiedenheiten zwischen Bischofskonferenz und der Druckerei C.H. Beck betroffen. Im Bistum Speyer, zu dem ebenfalls Teile des Saarlandes gehören, sagte Domkapitular Franz Vogelgesang der Bistumszeitung „der pilger“: „Für uns liegen von den bestellten Exemplaren 85 000 Stück bereit, aber wir verweigern die Abnahme.“ Im Bistum Trier soll es um 170 000 Exemplare gehen.

Das aktuelle „Gotteslob“ stammt aus dem Jahr 1975. Veränderungen in Kirche und Gesellschaft machten nach den Worten der Bischöfe eine Neuauflage des Werkes notwendig. Nur ein Beispiel: Wegen des zunehmenden Priestermangels sind in das neue „Gotteslob“ auch Gebete und Texte aufgenommen worden, die Ehrenamtlichen dabei helfen sollen, „gottesdienstliche Feiern“ selbst zu gestalten. Der Stammteil des „Gotteslobs“ umfasst rund 960 Seiten, dazu kommen die jeweiligen individuellen Diözesanteile mit 240 bis 340 Seiten.

Seit 2001 arbeitet eine von der Bischofskonferenz eingesetzte Kommission mit Experten an dem neuen Gebetbuch. C.H. Beck hatte unter anderem deswegen den Auftrag zum Druck der 3,6 Millionen Exemplare erhalten, weil sie über große Erfahrung beim Bedrucken von dünnem Papier verfügt. Der Geschäftsführer wehrt sich gegen die Kritik und verweist darauf, dass die beiden verwendeten Papiersorten von der Kirche abgesegnet worden seien. Wie der Streit endet, ist noch offen. Den Kirchengemeinden wurde das Buch zum Subskriptionspreis von zehn Euro angeboten, danach soll es 16 Euro kosten. Damit, dass das neue „Gotteslob“ wie geplant in der Vorweihnachtszeit ausgeliefert wird, rechnet im Trierer Generalvikariat niemand mehr.

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