L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Graffitikünstler sind mit Sprühdosen am Heizkraftwerk im Einsatz

Graffitikünstler im Einsatz - das Heizkraftwerk an der Römerbrücke wird neu verziert.

Graffitikünstler im Einsatz - das Heizkraftwerk an der Römerbrücke wird neu verziert.

Schon seit mehreren Jahren plant die Stadtverwaltung, den Ausbau des Radwegs an der Römerbrücke mit einer Kunstaktion zu begleiten. Saarbrücker Künstler reichten Vorschläge ein, die dann in Gremien aber keinen Zuspruch fanden. Dann wollte das Kulturamt offenbar endlich Nägel mit Köpfen machen und bat einen professionellen Kunstvermittler, einen Wettbewerb zu kuratieren. Benjamin Knur, der mit seiner Agentur Artconexxion auch Meinrad Maria Grewenig bei der Urban Art im Weltkulturerbe berät, brachte die erwünschte Lösung.

Vier Urban- Art-Künstler gehen nun am Heizkraftwerk Römerbrücke mit der Sprühdose zu Werke: Mene Tekel alias Tobias, das Duo Raks & Laune, hinter dem sich mit bürgerlichem Namen Daniel Hahn und Alexander Fielitz verbergen, sowie der bekannte Sprayer Reso alias Patrick Jungfleisch, der längst auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt wird. Strenge Farbauswahl Die Vier hatten den Auftrag, für die rückwärtige Mauer des Kraftwerks, an der der Radweg entlangführt, ein gemeinsames Gestaltungskonzept zu entwickeln.

„Auch das Thema war vorgegeben, nämlich Energie“, erklärt Knur. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch wenn die Arbeit, wie Laune betont, noch gar nicht ganz vollendet ist. Man habe die rund 200 Meter lange Mauer in Abschnitte unterteilt, erläutert Laune. Um bunte Beliebigkeit zu vermeiden, hat sich die Gruppe auf die Farben Weiß, Rot, Schwarz in verschiedenen Abstufungen beschränkt. Ganz rechts, also im Osten, zeige ihr übermannshoher Fries den Rohstoff Kohle, anfangs im Urzustand, dann rotglühend erhitzt. Der zweite Abschnitt stelle Wasser dar: Munter sprudelt es in Perlen.

Im nächsten Abschnitt hat es sich in Dampf verwandelt. „Daraus wird Strom erzeugt“, erklärt Mene Tekel. Was im vierten Abschnitt durch das bekannte zackige Zeichen für Strom und viele kleine Punkte – Elektronen etwa? – symbolisiert wird. „Da kommt aber noch was drauf“, fügt Laune hinzu. Nach so viel Gruppendisziplin wollten die Vier aber auch gern noch ihre eigene, individuelle Graffiti-Kunst am Kraftwerk zeigen. Quasi als Zusatz- Geschenk gestalten sie nun drei weitere Flächen, teils in rund acht Metern Höhe an vorspringenden Wänden des Gebäudes.

Für ein „romantisches Paar“ kurz vor dem Kuss im figürlichen Stil haben sich Raks & Laune entschieden. Reso, der stets mit den vier Buchstaben seines Namens arbeitet, sie verfremdet und immer wieder neu komponiert, lieferte eine neue Arbeit zu seiner Serie „Seven Skys“. Und Mene Tekel schwebte bei seiner Urban Art der Mensch vor, der die technologischen Erfindungen wie eine Art Magier manipuliert. „Doch ich will da keine Bedeutung vorgeben, jeder soll sich seine eigenen Gedanken machen können“, sagt der Künstler, der oft bis zwei Uhr nachts mit der Sprühdose am Kraftwerk fleißig ist.

Auch Laune steht bis zu zehn Stunden täglich auf seinem Hubleger, damit das Werk des Duos bis zum Wochenende fertig wird. „Und dann muss ich ja auch zwischendurch noch zur Uni“, seufzt der Student der Hochschule der Bildenden Künste und freut sich, dass die Passanten, die hier ständig vorbeikommen, nur lobende Worte für ihr Kunstwerk haben.


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