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Gratis-Obst für hungrige Schulkinder

Saarbrücken. Knapp drei Wochen nach seinem Start bewertet die Schulleiterin der Grundschule Saarbrücken-Kirchberg, Silke Möckl, das Schulobst-Pilotprogramm der Landesregierung als „absolut positiv“. Möckl: „Wir wünschen uns, dass das Projekt auch nach den Herbstferien an unserer Schule fortgeführt wird.“ Drei Mal wöchentlich versorge ein Obstlieferant die 230 Kinder der Malstatter Grundschule mit frischer Ware. Sie werde in Klappkisten angeliefert – beschriftet mit dem Klassennamen sowie der enthaltenen Obst-Stückzahl und dann in der Schulküche gelagert. Zehn Prozent der Nahrung müssen nach der Bio-Verordnung zertifiziert sein und Äpfel zwingend aus dem Anbaugebiet des Saarlandes stammen.

Das übrige Obst muss Qualität der Handelsklasse I aufweisen, heißt es aus dem Umweltministerium. Pro Schüler seien 100 Gramm kostenloses Obst und Gemüse vorgesehen. Die Grundschule Saarbrücken-Kirchberg ist eine von sechs Grundschulen im Land, die an dem Pilot-Programm teilnehmen. 1400 Kinder in sechs Landkreisen werden versorgt. 12000 Euro stellt das Saarland in der Testphase für das Schulobst-Programm zur Verfügung. Eine Ausdehnung des Projektes auf alle 180 Grundschulen im Saarland ist geplant. Am 18. September soll sich auf Bundesebene entscheiden, ob das Saarland und andere Bundesländer auf EU-Fördermittel bauen können. Auch wenn dies nicht so kommen sollte, wäre die Landesregierung nach eigenen Angaben bereit, die Kosten für das Schulobst zu tragen.

„Jeder hier investierte Euro, um Kinder vor falscher Ernährung zu schützen, ist gut angelegt“, sagte Umweltminister Stefan Mörsdorf beim Start des Projektes. Ähnlich sieht das Schulleiterin Möckl: „Die Kinder sind so begeistert von dieser Initiative, dass sich der geringe Mehraufwand, etwa das Obst zu lagern und zu schälen oder mal einen Lieferzettel zu unterschreiben, für uns auf jeden Fall lohnt.“ Die Verkostung sei aus gesundheitlichen Gründen eine Bereicherung, denn „bei vielen Kindern ist einfach ein Bedarf da“. In ihren Elternhäusern sei das Geld nicht selten knapp. Viele Familien müssten sich entscheiden, ob sie Brot oder Obst kaufen und würden dann eher Brot kaufen, erklärt die Schulleiterin. Und oft reiche das Geld nicht einmal dafür: „Manche Kinder saßen morgens schon im Unterricht und klagten über Hunger.“

Aus diesem Grund habe die Schule seit Mai ein „Frühstück vor 8“ eingeführt. Ehrenamtliche versorgen dabei 60 der 230 Kinder in der Malstatter Schule mit einem Frühstück. Bei diesem zähle wie bei der Obstmahlzeit das Essen in der Gemeinschaft. „Da sind die Kinder auch mal eher bereit“, sagt Möckl, „etwas Gesundes wie eine Möhre oder einen Apfel zu essen, was sie sonst vielleicht ablehnen.“
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