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Gratis-Sprudel für die Staatsdiener

In den Amtsstuben der Ministerialbürokratie ging es in diesen Tagen so heiß her, dass der fürsorgliche Dienstherr vorübergehend für Abkühlung sorgen und den Flüssigkeitsverlust der hitzegeplagten Staatsdiener ausgleichen musste. Hier gilt wohl das Motto: Wird im Dienst geschwitzt muss der Durst dienstlich gestillt werden.

In der Staatskanzlei und vier Ministerien dürfen die in aufgeheizten Büros leidenden Mitarbeiter auf Kosten des Hauses trinken. Kistenweise wurde, so bestätigte Regierungssprecher Thorsten Klein , auf Anfrage, Mineralwasser in Mehrwegflaschen gratis zur Abholung in verschiedenen Depots zur Verfügung gestellt. Begründet wird die Wasserspende auf Kosten des Steuerzahlers etwa im Innen- und Sportministerium von einem Leitenden Ministerialrat per Rundbrief als Maßnahme des Arbeitsschutzes. Gleichzeitig erinnert er daran, doch bitteschön das Leergut zurückzubringen.

Regierungssprecher Klein zitiert die „Arbeitsstättenregel ASR A3.5“, die in Punkt 4.2, Absatz 3 festlege, dass die Lufttemperatur in Arbeits- und Sozialräumen plus 26 Grad Celcius nicht überschreiten soll. Geschieht dies doch, seien geeignete Maßnahmen zu ergreifen. In den letzten heißen Tagen war die Arbeitsatmosphäre in den Amtsstuben demnach witterungsbedingt extrem aufgeheizt, weshalb Mineralwasser in großen Mengen kostenlos angeboten wurde. Eine erste, noch unvollständige Wasserbilanz: 124 Kisten Sprudel mit je zwölf Flaschen wurden zu „handelsüblichen Preisen bei ortsansässigen Händlern“ zu je 3,59 Euro gekauft. Das Bildungsministerium zahlte allerdings 6,02 Euro je Kasten. Dafür wurden die 30 Kästen frei Haus geliefert. Der Steuerzahler finanziert die Erfrischung unter dem Haushaltstitel „Arbeitsschutz“.

Aber längst nicht alle Staatsdiener kommen in den Genuss, den dienstlich erlittenen Durst gratis löschen zu dürfen. Lehrer gingen meist leer aus und in 20 Polizeiinspektionen waren Selbsthilfe oder ein spendabler Chef gefragt. Im Landespolizeipräsidium hieß es ganz trocken: „Bei uns kommt das Wasser aus der Leitung.“ Neben der Finanznot sei die logistische Herausforderung, alle Dienststellen zu beliefern, nicht zu unterschätzen.
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