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Grenzüberschreitender Verkehr: Schnellere Züge nach Luxemburg

Die Deutsche Bahn unternimmt einen Vorstoß, die regionalen grenzüberschreitenden Zugverbindungen sowohl nach Frankreich als auch nach Luxemburg zu verbessern. Dafür sei jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen, sagte der Bahn-Konzernbevollmächtigte für das Saarland und Rheinland-Pfalz, Jürgen Konz im Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung.

Als Beispiel nannte er auch die Strecke von Saarbrücken über Dillingen, Bouzonville und Thionville in die Hauptstadt des Großherzogtums. Hier könnte voraussichtlich innerhalb eines Jahres ein Testbetrieb anlaufen, wenn die Landesregierung eine solche Verbindung mit favorisiert, mit plant und als Besteller mit finanziert. Optimal, so Konz, wäre eine durchgehend elektrifizierte Strecke, die mit Mehrsystem-Fahrzeugen befahren werden könnte. Derzeit ist dies nur mit Dieselfahrzeugen möglich. Auch bei der Verbindung von Saarbrücken nach Metz gibt es aus der Sicht der Bahnkunden erheblichen Verbesserungsbedarf, berichtet Konz.

Der Bahn-Konzernbevollmächtigte appelliert an die Landesregierung, jetzt die Chance der Zusammenlegung der Départements dazu zu nutzen, einen erneuten Anlauf zu einer dauerhaften Verbesserung des grenzüberschreitenden Nahverkehrs nach Frankreich und Luxemburg zu unternehmen. „Meine Luxemburger Kollegen berichten mir, dass sie heute schon erfolgreich damit sind, sehr viel Zugleistungen bis nach Frankreich hinein zu fahren“, sagt Konz. Er glaubt, dass mit einer immer weiter zusammenwachsenden Großregion Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg immer mehr Menschen den Wunsch äußern, mit der Bahn über die Grenzen fahren zu können. Das sei dann auch eine attraktive Alternative für Berufspendler, Touristen und Nachbarn, die zum Einkauf an die Saar kommen.

Überlegungen, Bahn-Ringverkehre zwischen Saarbrücken , Luxemburg, Metz und Saarbrücken einzurichten, gibt es schon länger, aber bisher ohne greifbaren Erfolg. Auch Organisationen wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kämpfen seit langem für solche Strecken, in die man grenzüberschreitend nach Lothringen auch die Saarbahn einbringen könnte, so der VCD.

Konz bringt als Argument für einen erneuten Anlauf zur dauerhaften Verbesserung des grenzüberschreitenden Nahverkehrs auch die ermutigenden Erfahrungen im Fernverkehr ein. So sei die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Frankfurt über Saarbrücken nach Paris weiter eine Erfolgsstory trotz der in diesem Jahr in Betrieb genommenen Konkurrenzverbindung über Straßburg. Konz stellt in Aussicht, dass man schon vor 2020 die Zahl der Hochgeschwindigkeitszüge über Saarbrücken nach Paris wieder aufstocken könne, wenn die Zahl der Nutzer weiter steigt. Zumal an einer möglichst intensiven Nutzung beider Strecken sowohl die Deutsche Bahn als auch die französische SNCF ein Interesse hätten. „Eine weitere Steigerung der Zahl der Verbindungen ist aus meiner Sicht nur über den Nordast über Saarbrücken möglich, da auf dem Südast nach der Station Straßburg auf der deutschen Seite wegen der hohen Verkehrsbelastung kaum ein weiterer Zug gefahren werden kann“, so Konz. Die Franzosen müssten auch ihre Zusage einhalten, die Strecke zwischen Baudrecourt und Forbach auszubauen. Dort kann der Zug nur Tempo 80 fahren. Auch auf deutscher Seite werde es bis zum Ende des Jahrzehnts weitere Baumaßnahmen in der Pfalz geben, um Zeitvorteile zu erreichen.

 

Meinung:

 

 

Landesregierung gefordert

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

 

Die Zugverbindungen ab Saarbrücken nach Luxemburg und Metz sind dürftig und für eine zusammenwachsende Großregion unwürdig. Gründe hierfür gibt es viele. So wollte die Deutsche Bahn schon vor einigen Jahren einige Nahverkehrszüge aus Dillingen und St. Ingbert kommend über Saarbrücken hinaus nach Metz verlängern. Solche Überlegungen scheiterten vor allem am Desinteresse der Franzosen. Mittlerweile hat sich einiges geändert und die grenzüberschreitenden Pendlerströme nehmen immer weiter zu. Die Deutsche Bahn ist bereit, einen erneuten Vorstoß zur Verbesserung der Verbindungen nach Luxemburg und Metz zu unternehmen, braucht dazu aber auch das Verhandlungsgeschick und die finanzielle Unterstützung der saarländischen Landesregierung. Wenn diese ihre Frankreich-Strategie ernst nimmt, ist der Zeitpunkt zum Handeln auf allen Seiten gekommen. Es darf bei der Verbesserung der Bahn-Verbindungen nicht wieder bei Schönwetterreden bleiben.

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