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Grippewelle legt Saarbahn flach

Veronika Chmiel ist sauer auf die Saarbahn. Die Burbacherin war am Montagvormittag am Rabbiner-Rülf-Platz in die Linie 129 in Richtung Rastpfuhl gestiegen. Die Linie fährt stündlich. Am Busdepot der Saarbahn meldete sich der Fahrer plötzlich über die Sprechanlage bei den Reisenden: „Er sagte uns, dass er nun Feierabend habe. Er hätte einen Ersatzfahrer angefordert, aber es sei leider keiner da. Deshalb sollten wir aussteigen und schauen, wie wir selbst weiterkommen“, erzählt Veronika Chmiel.

Die Burbacherin nahm daraufhin einen Bus zu ihrer Tochter nach Klarenthal. Als sie gegen halb eins von dort nach Burbach weiterfahren wollte, kam ihr Bus, die Linie 134, nicht. Resultat: Sie musste eine Stunde an der Haltestelle auf den nächsten Bus warten. „An Verspätungen habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt, aber nach diesem Tag habe ich echt keine Lust mehr, mit dem Bus zu fahren“, sagt Chmiel.

Die Saarbahn bestätigt den Vorfall: „Der erwähnte Busfahrer der Linie 129 sollte am Montag nach seinem Schicht-Ende planmäßig abgelöst werden. Da der ablösende Fahrer kurzfristig erkrankt und kein Reservepersonal verfügbar war, wurde dem Busfahrer mitgeteilt, dass er die Fahrt beenden und die Fahrgäste auf den nachfolgenden Bus verweisen soll.“ Nach Auskunft der Saarbahn hätte der Fahrer nicht weiterfahren dürfen, da er ansonsten die gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeiten überschritten hätte. Auch bei dem ausgefallenen Bus der Linie 134 sei der Fahrer erkrankt gewesen.

Das Unternehmen entschuldigt sich, kann aber selbst nichts für die Ausfälle. Die Verkehrsbetriebe bekommen gerade grassierende Grippe- und Magen-Darm-Infekte voll zu spüren. 32 ihrer Fahrer sind erkrankt. Das sind zwölf Prozent der insgesamt 267 Fahrer. Das für solche Fälle eingeplante Reservepersonal könne längst nicht mehr die Engpässe abdecken, heißt es aus dem Unternehmen. „Kurzfristig haben wir bereits alle Mittel ausgeschöpft, um die Auswirkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten. So kommen beispielsweise viele Fahrer zum Dienst, obwohl sie eigentlich frei hätten. Zudem kommen sogar Fahrlehrer sowie Personal aus der Saarbahn-Verwaltung zum Einsatz.“ Auch habe man schon bei anderen Verkehrsunternehmen in Saarlouis und Völklingen angefragt, ob diese Fahrer schicken könnten.

Das Unternehmen will das immer wieder auftretende Problem der hohen Krankenquote nun langfristig in den Griff bekommen: Die Geschäftsführung will ein Gesundheitsmanagement umsetzen, das betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement für langfristig erkrankte Mitarbeiter einführen sowie Teamleiterstrukturen schaffen, um Fahrer intensiver zu betreuen. Eine große Herausforderung sei auch der Altersdurchschnitt der Fahrer. Der liege bei über 50 Jahren.
 
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