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Großbaustelle am Bostalsee: Gewerkschafter unerwünscht?

Großbaustelle für den Ferienpark am Bostalsee: IG-BAU-Vertreter durften diese nicht betreten.

Großbaustelle für den Ferienpark am Bostalsee: IG-BAU-Vertreter durften diese nicht betreten.

Nohfelden. Ziemlich verärgert hat Markus Andler auf die Abfuhr reagiert, die zwei seiner Kollegen hätten hinnehmen müssen. Nach Angaben des Vize-Chefs der Industriegewerkschaft Bau, Agrar und Umwelt (IG BAU) Rheinlad-Pfalz/ Saarland wurde zwei Gewerkschaftern der Zutritt zur Ferienpark-Baustelle am Bostalsee verwehrt. Andler: „Dabei sieht der Rahmentarifvertrag vor, dass Gewerkschaftsvertreter mit Arbeitern am Arbeitsplatz sprechen können.“

Grund für den unangekündigten Besuch waren Zweifel, ob Rumänen nach deutschem Recht dort arbeiten. Mindestens ein Unternehmer beschäftigt Bauarbeiter aus dem EU-Land. „Uns ist garantiert, dass wir Zutritt zu allen Sozialräumen erhalten.“ Das können beispielsweise Aufenthaltsräume und Speisesäle sein, um sich dort mit den Beschäftigten unter anderem über deren Arbeitssituation und Lohn zu unterhalten. Dazu sei es nun aber nicht gekommen. Ludwin Vogel verweist seinerseits auf die Sicherheitspflicht.

Seine für das Großbauprojekt beauftragte staatliche Strukturholding Saar (SHS) habe folgende Vereinbarung mit dem Auftraggeber Center- Parcs getroffen: „Die Baustelle darf man nur mit Genehmigung betreten.“ Und die gebe es in der Regel, wenn Besucher angemeldet erscheinen. In diesem Fall aber seien die Vertreter der IG BAU ohne erschienen. Vogel: „Sie hatten wohl keinen Ansprechpartner.“ So habe der Pförtner an der einzigen Zufahrt zu dem weiträumigen Gelände sie „zurecht abgewiesen“.

Wären die beiden auf der Baustelle ohne Kenntnis der Baufirmen, des Auftraggebers oder der SHS umhergelaufen und es wäre ihnen etwas zugestoßen, hätten die Baustellenverantwortlichen in der Pflicht gestanden, begründet Vogel. Das lässt der stellvertretende Gewerkschaftsbezirksleiter Andler nicht gelten: „Wir haben, wenn wir eine Baustelle besuchen, immer unsere Sicherheitsausrüstung dabei.“ Außerdem hätte sich der Pförtner telefonisch bei einem der Baustellenverantwortlichen erkundigen können, wenn er selbst die Rechtslage nicht kennt. SHS-Sprecher Vogel bleibt dabei: „Wir weisen niemanden einfach so ab. In diesem Fall war es eine normale Vorgehensweise.

Die IG BAU hält an ihren Zweifeln unbeirrt fest. Andler kontert: „Könnte es sein, dass die was zu verbergen haben, wenn sie eine Anmeldung verlangen?“ Auch hier folgt ein promptes Dementi von Vogel: „Es war mittlerweile zweimal die Bundespolizei zu Kontrollen da. Und sie hatte nichts zu beanstanden.“ Gesprochen haben beide Seiten seitdem nicht miteinander.

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