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Großbrand in Winterbach: Wohnungslos ins neue Jahr

Am Tag nach dem Brand: Noch immer muss sich die Feuerwehr um das teils zerstörte Haus in Winterbach kümmern. Fotos: B&K

Am Tag nach dem Brand: Noch immer muss sich die Feuerwehr um das teils zerstörte Haus in Winterbach kümmern. Fotos: B&K

So wie das alte Jahr für die Rettungskräfte endete, ging's gleich zu Beginn des neuen weiter. Gegen 11 Uhr an Silvester stand der erste Einsatz an. Ein Brand beschäftigte die Helfer dann bis Neujahrsmorgen.



Ein seltsamer Geruch am Sportheim des SV Leitersweiler ließ Besucher am Donnerstagmorgen misstrauisch werden. Sie verständigten die Polizei . Die Beamten vor Ort wiederum lösten Alarm für die Feuerwehr aus. Die setzte unter anderem die Führungsgruppe Gefahrengut ein.

Der ranzig, modrige Geruch am Eingang des Gebäudes stammte von Buttersäure. Mit Atemschutz ausgestattet, nahmen die Feuerwehrleute Messungen vor. Das Ergebnis: Die Säure war nur außen versprüht worden. Buttersäure, so erklärte Feuerwehrsprecher Dirk Schäfer, werde häufig zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Schon kleine Mengen kann der Mensch riechen. Höhere Konzentrationen können für die Gesundheit schädlich sein. In diesem Fall aber wurde niemand verletzt.

Mit Spezialschaum sprühten die Helfer zunächst den betroffenen Bereich ein, dann wurde mit Wasser tüchtig nachgespült. Die Säure war somit verdünnt, und der unangenehme Geruch verschwand. Die geplante Silvesterparty des Vereins konnte starten.

Auf seiner Facebook-Seite dankt der Sportverein allen Einsatzkräften. Dessen Vorstand spricht aber auch von einem „weiteren feigen Anschlag“. Schon an Weihnachten hatten Unbekannte die Eingangsschlösser verklebt. Nach dieser Aktion hatte der Verein via Facebook 200 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, „die zur Ergreifung des Täters“ führen. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen.



Das Feuerwerk über dem St. Wendeler Land war schon verhallt, als ein Großeinsatz für die Feuerwehr begann. In Winterbach brannte in der Straße Zum Weihertriesch das Haus Nummer 17. Ob sich noch Menschen darin befinden, sei zum Zeitpunkt das Alarms noch nicht klar gewesen, berichtet Dirk Schäfer. Als die Retter eintrafen, stand die rechte Seite des Zweifamilienhauses komplett in Flammen. Gleiches galt für einen Carport, das die Anwesen 17 und 19 miteinander verbindet. Feuer gefangen hatte auch ein Opel vorm Nachbargebäude sowie Wagen und Wohnanhänger, die in der Zufahrt zum Innenhof von Nummer 17 parkten. Laut Schäfer waren zum Zeitpunkt, als der Brand ausbrach, zwei Personen im Alter von 53 und 54 Jahren in dem Haus Nummer 17. Sie konnten sich selbst retten. Die weiteren Bewohner (26 und 32 Jahre) waren in der Nachbarschaft auf einer Silvesterparty.

Das brennende Haus löschen, das Nachbargebäude vor den Flammen schützen. Damit waren die Einsatzkräfte – auch mit Hilfe der Drehleiter – beschäftigt. Eine zweite aus Ottweiler angeforderte Drehleiter wurde nicht mehr gebraucht. Die Einsatzkräfte hatten den Brand schnell unter Kontrolle. Währenddessen kümmerten sich Rettungsdienst und Notfallseelsorge um die Bewohner. Sie kamen erstmal bei den Nachbarn unter. Eine Rückkehr in ihr Heim ist nicht möglich. Ein Baufachberater des THW St. Wendel stufte das Haus als aktuell unbewohnbar ein.

100 Helfer waren im Einsatz. Ihre Anfahrt wurde durch eine dramatisch schlechte Sicht erschwert. Zäher Nebel lag über dem St. Wendeler Land. Auch am Neujahrstag waren noch Helfer an der Unglücksstelle im Einsatz. THW und Feuerwehr sicherten mit Planen das vom Feuer gezeichnete Haus gegen Regen ab. Nach Information des polizeilichen Führungs- und Lagezentrums (FLZ) in Saarbrücken ging der Brand wohl vom Carport aus, das zwischen dem Anwesen 17 und 19 steht. Letzteres ist durch die starke Hitze des Feuers beschädigt worden. Laut Einsatzleiter sei ein technischer Defekt als Brandursache nicht auszuschließen. Die Kriminalpolizei ermittelt noch.



Während die Löscharbeiten in Winterbach noch in vollem Gang waren, kam die nächste Einsatzmeldung. 1.40 Uhr: Brand auf einer Baustelle in der Gymnasialstraße. Der Einsatzleiter delegierte den Löschbezirk Hoof und ein Löschfahrzeug aus Ottweiler, die auf dem Weg nach Winterbach waren, um. Sie löschten flugs ein brennende Dixi-Toilette.

Ein weiterer Alarm in der Kreisstadt gegen 6.45 Uhr erwies sich als Fehlalarm. „Zimmerbrand mit Menschenrettung, Gudesberg“ hieß die Meldung. Doch es waren nur Böller in einer Wohnung gezündet worden.
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