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Großbrand verwüstet Hanweiler Werkshalle

Langsam dünner werdender Qualm löste die schwarze Rauchsäule ab, als die Löscharbeiten wirkten. Fotos: Becker&Bredel

Langsam dünner werdender Qualm löste die schwarze Rauchsäule ab, als die Löscharbeiten wirkten. Fotos: Becker&Bredel

Eine dicke schwarze Rauchsäule war gestern Morgen bis in die Landeshauptstadt zu sehen. Sie stand über der Produktionshalle der Hanweiler Firma KLT, die zu diesem Zeitpunkt lichterloh brannte. Das Feuer hatte binnen Minuten um sich gegriffen und die 80 mal 40 Meter große Halle zerstört. 24 Mitarbeiter hatten sich daraus in Sicherheit gebracht. „Der Vorarbeiter meldete mir den Brand. Ein Kollege versuchte noch zu löschen, was nicht gelang. Wir wissen nicht, wodurch der Brand ausgebrochen ist“, sagte Firmenchef Andreas Teutenberg der SZ.

 

Berichte, es habe eine Explosion gegeben, konnte er nicht bestätigen. „Wir arbeiten für die Automobilindustrie und reinigen Stahlteile und Kunststoffkisten. Unsere Reinigungsmittel sind umweltfreundlich und wasserlöslich. Am Freitag hätte das Zertifizierungsaudit angestanden“, sagt Teutenberg und blickt fassungslos in die ausgebrannte Halle.

 

In den Kunststoffkisten fand der Brand schnell Nahrung. Durch die offenen Tore war zu sehen, wie die Behälter schmolzen und Flammen herausloderten. Das Feuer löste einen Großeinsatz für die Feuerwehren der gesamten Region aus.

 

Brandinspekteur Tony Bender und Feuerwehrsprecher Rafael Mailänder gaben einen Überblick: „Wir haben 170 Einsatzkräfte hier. Die Gemeindewehr ist komplett im Einsatz, Unterstützung kam aus Brebach, Gersweiler, Dudweiler, Ensheim und von der Berufsfeuerwehr. Wegen Öl im Löschwasser musste die Kläranlage verständigt werden. Dann bot die Feuerwehr aus Saargemünd Hilfe an, die wir dankend annahmen“, sagte Bender. Auch die Franzosen halfen mit Löschwasser aus der Saar.

 

Rotes Kreuz , Arbeiter-Samariter-Bund und Malteser schickten Rettungswagen. Einsatzleiter Stefan Meeth und Notarzt Thomas Schmitt betreuten mit ihren Kollegen 24 KLT-Mitarbeiter. Zwei kamen verletzt in eine Klinik.

 

„Sie hatten leichte Brand- und Schürfwunden“, sagte Notarzt Schmitt. Bürgermeister Stephan Strichertz war vor Ort. „Das ist der größte Brand in der Gemeinde seit dem Großbrand auf dem Sarga-Gelände“, sagte er und bot der Firma Hilfe an: „KLT ist sehr wichtig für die Gemeinde, ein großer Arbeitgeber. Wir werden das Werk unterstützen, aber wir wissen natürlich noch nicht, wie.“ Das weiß auch der Firmenchef noch nicht. Der Schaden müsse erst begutachtet werden. „Ich danke aber der Feuerwehr, dass wir Transportmittel und die Nachbarhalle retten konnten. Das war ganz wichtig für uns.“ Teutenberg beziffert den Schaden mit „mehreren 100“, und er meint wohl Hunderttausende. Denn die Werkshalle lag nach dem Brand in Trümmern. Die Brandermittler waren am Zug.

 

Neben dem noch nicht zu beziffernden Schaden an der niedergebrannte Halle gab es für die Belegschaft noch einen Grund, bedrückt zu sein. Vier Sittiche, die in einer großen Volière über dem Eingang lebten, waren nach Angaben der Mitarbeiter nicht zu retten. „Das ist eine traurige Nachricht. Ich habe die Vögel immer vom Küchenfenster aus beobachtet“, sagte eine Nachbarin. Das Löschwasser für den Großeinsatz holte die Feuerwehr aus der Saar. Im April hatte die Gemeindewehr diese Löschwasser-Beschaffung bei der Jahreshauptübung trainiert.
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