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Große Angst vor Cattenom

Saarbrücken. Die Protestwelle gegen das französische Atomkraftwerk Cattenom schwillt weiter an. „Wir erfahren eine überwältigende Resonanz von Seiten der Kommunen“, sagte Ulrich Neu, stellvertretender Geschäftsführer des saarländischen Städte- und Gemeindetages, gestern gegenüber der SZ. Vergangenen Montag hatte der Saar-Städtetag alle 52 Mitglieds-Kommunen angeschrieben und auf die von Merzig, Mettlach, Perl und Rehlingen-Siersburg ins Leben gerufenen Initiative „Cattenom abschalten jetzt“ hingewiesen. „Mit dem Schreiben wollten wir die anderen Kommunen anregen, auch ihren Bürgern die Möglichkeit zum Protest zu geben“, erläuterte Neu die Aktion. „Bislang haben wir 26 Rückmeldungen bekommen und die Resonanz ist hundertprozentig positiv.“ Will heißen: Alle 26 Kommunen machen bei der Unterschriftenaktion mit. „Ich vermute, dass sich auch die restlichen Städte und Gemeinden anschließen werden.“ Inzwischen wird der Protest verstärkt auf die Straßen getragen. So beteiligten sich vergangenen Montag in der saarländischen Landeshauptstadt rund 1100 Menschen am Montagsspaziergang gegen Atomkraft. Darüber hinaus werden in vielen Innenstädten Unterschriften gesammelt. Etwa auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken, wo gestern Laura Köhler von den Grünen mit Klemmbrett und Sammelliste unterwegs war: „Die Resonanz ist gut. Zum Teil müssen wir die Leute gar nicht ansprechen, sondern sie kommen auf uns zu und wollen unterschreiben“, berichtet die Aktivistin. Auch die SPD Saar ist aktiv: Gestern lief in der Saarbrücker Fußgängerzone eine Info-Aktion und am Merziger Rathaus wurde eine Mahnwache abgehalten. Auch die Gemeinde Perl startet eine Protest-Aktion gegen Cattenom: Kommenden Sonntag wird um elf Uhr vor der Schengener Brücke demonstriert.

Indes hat EdF, der Betreiber des französischen Atomkraftwerks Cattenom, eine für gestern angesetzte Pressekonferenz zur Jahresbilanz kurzfristig abgesagt. Anke Rehlinger, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion vermutet, „dass angesichts der aktuellen Lage, zahlreicher Demonstrationen und vieler Unterschriften gegen das französische AKW die Betreiber unangenehmen Fragen aus dem Weg gehen wollen“. Stéphane Dupré-la-Tour, Direktor des AKW Cattenom, bezeichnete derweil die Proteste gegen das Kraftwerk gegenüber dem SR als „innerdeutsche Angelegenheit“. Zugleich betonte der AKW-Chef, die Erdbebensicherheit sei verbessert worden. Auch gegen Überschwemmungen sei man gewappnet. tog
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