Saarland. B41. Gefahrenstelle durch defektes Fahrzeug auf der Johannisbrücke in Fahrtrichtung BAB 623, AD Friedrichsthal. (14:06)

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Große Empörung über hohe Abfindung bei SHG

Saarbrücken. Die Nachricht, dass die gemeinnützige Saarland Heilstätten GmbH (SHG) ihrem Ex-Geschäftsführer Joachim Wild  Ende 2009 eine Abfindung in Höhe von 700.000 Euro gezahlt hat, sorgte auch gestern weiter für Wirbel. „Die Empörung ist riesengroß“, berichtete Verdi-Landeschef Alfred Staudt.

Die SHG-Kliniken sind eine der Hochburgen der Gewerkschaft. Staudt sagte, die Verantwortlichen würden an diesen goldenen Handschlag für den Ex-Chef erinnert, wenn es demnächst wieder um personelle Verstärkungen der Belegschaft gehe. Bisher sei immer mit dem Sparzwang argumentiert worden. Staudt fand aber auch deutliche Worte an die Adresse von einzelnen aus der Reihe der vier Arbeitnehmer-Vertreter, die im zwölfköpfigen SHG-Aufsichtsrat sitzen. Von diesen Leuten aus Verdi-Reihen sollen einige für die hohe Abfindung gestimmt haben. Damit sei den Interessen der Belegschaft ein Bärendienst erwiesen worden. Dies werde noch zu „ernsthaften Diskussionen in den Betriebsräten und im Konzernbetriebsrat“ führen. SHG-Aufsichtsratschef Paul Quirin, der auch Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt ist, empfahl Staudt, sich einmal „an die eigene Brust zu klopfen“ und zu hinterfragen, ob es richtig war, Wild den Abschied zu vergolden, „andere aber im Regen stehen zu lassen“. Im Fall Wild sieht auch Georg Jung, Ex-IG-Metall-Bevollmächtigter und früherer Vorstandschef der Deutschen Rentenversicherung an der Saar, Quirin in der Verantwortung. Jung saß bis 2005 für die Rentenversicherung im SHG-Aufsichtsrat. In einem Brief vom Januar 2010 an Quirin schrieb er in Zusammenhang mit Untreue-Vorwürfen gegen Wild von einem inszenierten „Schurkenstück“.

Gestern sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung, er vermute eine Intrige. Jedenfalls sei es „merkwürdig und nicht erklärbar,“ dass mit Wild das beste Pferd im SHG-Stall abgehalftert worden sei. Nach seinem Wissensstand habe Wild übrigens keine Abfindung gefordert, sie sei ihm vielmehr angeboten worden. Der SHG habe es im übrigen frei gestanden, Wild nach Ablauf seines Geschäftsführervertrages wie vereinbart in einer anderen Position weiter zu beschäftigen. Die Rentenversicherung als größter SHG-Gesellschafter (46 Prozent) habe sich dafür ausgesprochen Wilds Vertrag als Geschäftsführer zu verlängern. Quirin habe sich letztlich durchgesetzt. Einen Seitenhieb teilt Jung an die Staatsanwaltschaft aus, die Untreue-Ermittlungen gegen Wild nach über zwei Jahren immer noch nicht abgeschlossen habe.

Beim Regionalverband Saarbrücken, der mit 40 Prozent an der SHG beteiligt ist, gerät derweil Verbandsdirektor Peter Gillo (SPD) in die Kritik. Stephan Körner (Grüne) berichtete, Gillo habe sich im Gesundheitsausschuss geweigert, Auskunft über die „schamlose“ Abfindung von 700.000 Euro zu geben. Offenbar habe er „diesen schmutzigen Deal“ mitgetragen und dies den Gremien des Regionalverbandes verschwiegen.
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