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Große Wahlshow beim SPD-Parteitag



Dillingen.
Nüchtern betrachtet ging es bei der Landesdelegiertenkonferenz darum, die Kandidaten für die Landeslisten im Superwahljahr 2009 zu wählen. Aber nüchtern reicht im Wahlkampf nicht. Und so zelebrierte die SPD die Wahl ihres Spitzenkandidaten Heiko Maas(42).

Sein Einmarsch: von ganz hinten nach ganz vorne, begleitet von Kameras, übertragen auf große Leinwände. Winken, Hände schütteln, die Miene staatsmännisch, aber zuversichtlich. Die Delegierten machen mit: klatschen, schwenken aufgeregt rot-weiße Schilder hin und her: "Heiko Maas. Wir machen's", steht darauf. Getreu dem Obama-Slogan "Yes we can".

Dann die Rede des SPD-Chefs: Erst am Ende geht es um das, was viele im Saal beschäftigt: Maas' oft kritisiertes fehlendes Profil. Maas: "Peter Müller und Oskar Lafontaine sind relativ gleich: laut, unberechenbar und beliebig. (…) Ich werde mir nicht einreden lassen, dass es richtig ist, so zu sein!" Die Halle tobt. Jörg Steuer (48), Vorsitzender des Ortsverbands Großrosseln: "Er hat sich so hingestellt, wie er ist." Heide Henn (46) aus Wellesweiler: "Ich finde es toll, dass er sich treu bleibt." Nach gut eineinhalb Stunden ist die Rede vorbei. Mit 96,6 Prozent der Stimmen wählen die Delegierten Maas zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, gefolgt von Eugen Roth, Silke Biendel und Hans-Peter Kurtz.

Die Maas-Show endet, wie sie begann: winken, klatschen, Schilder schwenken. Man könnte meinen, man stehe in Chicago. bie

:: Heiko Maas ist Spitzen-Kandidat der Saar-SPD (22.11.2008)

Die Wahlversprechen der SPD:

- Ingenieursstudiengänge werden gefördert und ausgebaut.

- Es wird ein Kompetenzzentrum Stahl eingerichtet.

- Geplant ist eine Hochschule für Automobile der Zukunft.

- Neue Energien werden ausgebaut und gefördert.

- Das achtjährige Gymnasium wird es nur noch an echten Ganztagsschulen geben. Diese wiederum werden ausgebaut.

- Die Uni-Maut wird abgeschafft.


Maas: Einzige Koalition ist die zwischen CDU und Linkspartei


Seit Samstag ist Heiko Maas(42) offiziell Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl. Er spricht über Zerreißproben und Verlässlichkeit in der Politik.

Viele SPD-Anhänger sagen: "Peter Müller muss weg." Andere sagen: "Ich will nicht, dass die SPD mit der Linken zusammenarbeitet." Droht der Saar-SPD eine Zerreißprobe?
Maas: Nein, wir wissen, dass das so ist. Deshalb sagen wir, es nützt uns gar nichts, das in den Mittelpunkt zu stellen. Davon profitieren nur andere. Wir wollen einen inhaltlichen Wahlkampf führen, keinen über Koalitionsfragen. Die einzige, die es ohnehin bisher gibt, ist die zwischen CDU und Linkspartei: nämlich gegen die SPD. Denn beide wissen, dass es einen Regierungswechsel nur gibt, wenn die SPD stark wird. Und das wollen anscheinend beide verhindern.

Wie groß wäre der Schaden für die SPD, wenn es bei der Landtagswahl nur für Platz drei reichte?
Maas: Es gibt aus den letzten zwölf Monaten nur eine Umfrage, in der die Linkspartei ein Prozent vor uns ist. Ansonsten liegen wir überall vor ihr. Deshalb ist das ein Thema, mit dem wir uns nicht mehr auseinandersetzen wollen. Ich bin mir sicher, dass sich die SPD auf Bundesebene erholen wird. Das wird auch uns zugute kommen. Aber wir wollen natürlich selbst den Grundstock setzen, noch deutlich stärker werden, als das im Moment der Fall ist. Deshalb wirken wir nach vorne und nicht nach hinten zur Linkspartei.

Sie haben in den vergangenen Jahren viele Anhänger an die Linke verloren. Was werden Sie im entscheidenden Jahr tun, um diese zurückzugewinnen?
Maas: Wir führen einen Wahlkampf, bei dem wir klar sagen, was wir anders machen wollen. Allerdings versprechen wir nichts, was wir nicht halten können. Die Linkspartei verspricht jedem alles und kommt mir manchmal vor wie ein nackter Mann, der sein letztes Hemd verkaufen will. Wir sind da ganz einfach anders. Für uns sind Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit wichtige Themen. Und ich glaube, dass das bei vielen Menschen ein immer wichtigeres Thema wird, auch bei ihrer Wahlentscheidung.

Die Fragen stellte Caroline Biehl.

:: Zum kompletten Interview auf sol.20-cent.de


Sie wollen in die Parlamente

Die Delegierten des SPD-Parteitags haben am Samstag über ihre Kandidaten für die Bundestags- sowie die Europawahl entschieden. Die Landesliste zur Bundestagswahl führen die aktuellen Bundestagsmitglieder Elke Ferner(50), Ottmar Schreiner(62), Astrid Klug(40) und Rainer Tabillion (58) an. Allerdings sagte SPD-Chef Heiko Maas(42), dass Schreiner in einer von der SPD geführten Landesregierung mitarbeiten würde. Dann würde Schreiner ungeschriebenen Verfassungsgrundsätzen zufolge kein Mitglied des Bundestags mehr sein. Als Kandidaten für die Europawahl nominierten die Delegierten den Europa-Abgeordneten Jo Leinen(60).



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