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Großer Ärger mit den kleinen Krabblern

Gerade in der kälteren Jahreszeit sorgt der lästige Befall mit Kopfläusen für heftigen Juckreiz. Foto: Becker&Bredel

Gerade in der kälteren Jahreszeit sorgt der lästige Befall mit Kopfläusen für heftigen Juckreiz. Foto: Becker&Bredel

„Wir haben Läuse – bitte kontrollieren Sie den Kopf ihres Kindes.“ Eltern mit Kindern im Kindergartenalter dürfte diese Mitteilung nicht unbekannt sein. Für eine Leserin, die nicht genannt werden möchte, ist diese Nachricht über den Läusebefall fast zum täglichen Begleiter geworden. Und das bereits seit Mitte November. Da habe es den ersten Fall gegeben, erzählt sie.

Die Tochter war zum ersten Mal kurz nach Weihnachten, dann im Januar und schließlich an Fastnacht betroffen. „Aber nicht nur das Kind, auch die Eltern und die Großmutter hatten ebenfalls Läuse“, berichtet sie.

Vieles, sagt sie, habe sie unternommen, Kontakt zum Kindergarten Heilige Dreifaltigkeit, aber auch zum Träger, der Kita gGmbH, und zum Kreisgesundheitsamt gesucht. Keiner habe ihr im Kampf gegen das lästige Ungeziefer helfen können.

„Ich habe vorgeschlagen, mit einigen Eltern den Kindergarten komplett zu reinigen, anschließend sollten die Eltern unterschreiben, dass sie ihre Kinder untersucht haben“, sagt sie. Doch dieser Vorschlag sei nicht angenommen worden. Inzwischen habe sie rund 300 Euro in Anti-Läusemittel investiert. Und aktuell gäbe es erneut Läuse im Kindergarten in Fraulautern. „Ich lasse meine Tochter im Moment daheim, doch ich bin auf diesen Platz angewiesen“, sagt sie.

„Seit einigen Wochen sind in der Einrichtung in Fraulautern einige Kinder von Kopflausbefall betroffen. Nach Auftreten der ersten Fälle wurden unverzüglich Schritte unternommen. Betriebsträger und Gesundheitsamt wurden in Kenntnis gesetzt“, erklärt Simone Speicher von der Gesamteinrichtungsleitung Saarlouis . Zahlreiche Maßnahmen seien seitens der Kindergartenleitung, ihrem pädagogischen sowie dem Reinigungs- und hauswirtschaftlichen Personal mit dem Gesundheitsamt und dem Betriebsträger durchgeführt worden. „Es gab intensive Reinigungsmaßnahmen von Textilien und der gesamten Einrichtung sowie Informationsbriefe an die Eltern mit der Aufforderung, ihr Kind zu untersuchen und uns das Ergebnis mitzuteilen“, erklärt Speicher. „Nach dem Befall mit Kopfläusen dürfen die Kinder erst wieder mit einem ärztlichen Attest in die Kita“, erläutert sie. Mittlerweile sei zu erkennen, dass die Anzahl der betroffenen Kinder stark abgenommen habe.

„Um Ausbreitung von Kopfläusen in einer Kita zu verhindern, bedarf es frühzeitiger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Familien und der Kita“, erklärt die zuständige Ärztin des Gesundheitsamtes, Dr. Monika Weber. Sie betont, dass das Gesundheitsamt gerne berät, insbesondere auch in hartnäckigen Fällen und bei häufigem Wiederbefall in einzelnen Familien.

„Im Falle der angesprochenen Kita erfolgen seit Herbst 2015 regelmäßige Absprachen und Beratungen zwischen der Tagesstätte und einem Hygieneinspektor des Gesundheitsamtes Saarlouis “, sagt sie. Im Vergleich zu den Meldungen aus anderen Kindergärten des Landkreises Saarlouis lägen die Meldungen hinsichtlich des Kopflausbefalls in der Kita in Fraulautern im üblichen Bereich.

„Aus Sicht des Gesundheitsamtes ist in der Regel ein ärztliches Attest zur Wiederzulassung eines Kindes zur Kita nach sachgerechter Behandlung nicht erforderlich. Der Kita-Träger kann jedoch bei häufigem Befall eigene Maßnahmen festlegen, auch längeren Kita-Ausschluss und Vorlage ärztlicher Atteste verlangen“, sagt Dr. Weber.

Info auch beim Gesundheitsamt Saarlouis , Choisyring 5, Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr sowie 13.30 bis 15.30 Uhr.
 

Kopfläuse übertragen sich nur im direkten Kontakt von Haar zu Haar

Kopflausbefall (Fachausdruck: Pediculosis capitis) ist keine Erkrankung, sondern ein Schädlingsbefall und ein in Kitas immer wiederkehrendes Problem. Das Auftreten ist in Kitas gerade in der kühlen Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. Die Übertragung erfolgt über den direkten Kontakt von Haar zu Haar. Ohne Nahrung sterben sie spätestens nach 55 Stunden ab.

Kopflausbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Bei Auftreten von Kopflausbefall in einer Kita sind das Vorgehen, die Pflichten der Eltern und der Kita gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) genau festgelegt. Alle Kita-Leitungen im Saarland sind hierzu geschult und schulen gemäß IfSG auch selbst ihr Personal in regelmäßigen Abständen. Eltern werden bei Aufnahme eines Kindes in die Kita zu ansteckenden Krankheiten und auch zu Kopflausbefall belehrt und bestätigen dies durch Unterschrift vor Aufnahme ihres Kindes in die Einrichtung. Die erste Verantwortung liegt gemäß Infektionsschutzgesetz bei der Familie.

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