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Großer Andrang trotz Feueralarm

Saarbrücken. Ein bisschen verloren wirken die beiden Polizisten in zivil schon – so ganz allein in der Europa-Galerie. Taschendiebe sind gewöhnlich ihre Klientel. Es sind nur keine Diebe in Sicht, nicht einmal Taschen. Knapp eine Stunde nach der Eröffnung ist die neue, glänzende Saarbrücker Einkaufswelt fast menschenleer. Die Kunden drängen sich zwar zu tausenden, allerdings lediglich vor den Eingängen durch die sie wenige Minuten zuvor in die alte Bergwerksdirektion geströmt waren. Bis zu dem Moment, als der Alarm ertönt.
9.45 Uhr. Die Menschen schlendern durch die langen hellen Passagen. Rafael Mailänder, Feuerwehrmann aus Völklingen, will eben erzählen, ob es ihm in der Europa-Galerie gefällt. Ein durchdringender Ton unterbricht ihn, dann die resolute Frauenstimme aus allen Lautsprechern: „Wegen einer technischen Störung schließen wir unser Haus in wenigen Minuten.“ Die Störung ist ein Feueralarm. Die Lüftungsanlage habe Staub von Schneidearbeiten vom Vortag aufgewirbelt, wie Centermanager Serge Micarelli später erklären wird. Aus dem Kunden Rafael Mailänder wird der Feuerwehrmann Rafael Mailänder: „Komm’, mir gugge mol“, sagt er und schiebt sich durch die Menge, die recht gelassen das Gebäude verlässt. Eine Frau balanciert eine Torte Richtung Ausgang. Panik sieht anders aus. Mailänder sagt: „Die Leute machen das gut. Benutzen auch die Notausgänge.“
Drei Etagen hat die fein gemachte Galerie: Von der ersten Etage aus ist der Blick frei auf einen Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss. Dort steigt eine Wolke auf. Mailänder schnüffelt, sagt: „Scheint was elektronisches zu sein.“ Ob Qualm oder Staub: Er verzieht sich rasch. Die Europa-Galerie kann kurz nach zehn Uhr erneut eröffnet werden. Und innerhalb von wenigen Minuten kehren die Kunden zurück. Für einen Moment sind es weniger als vor der Räumung. Dann folgt der richtig große Andrang. 70.000 Menschen erwartet Center-Manager Serge Micarelli am Eröffnungstag. 80.000 sind es geworden, sagt er.
Unter ihnen ist Annette Weinmann. 20 Jahre lang hatte sie für die RAG in der Bergwerksdirektion gearbeitet. Die Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation ist bei ihrem Weg über die breite Treppe zum Festsaal an den Glasfenstern mit der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, vorbeigekommen – „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie sie sagt. Ihr Blick verrät Wehmut, als sie von einem „tollen Einkaufszentrum“ spricht. Und: „Ich finde mein Büro nicht wieder, es ist ein Coffeeshop geworden“, erzählt sie. Im Festsaal, früher Konferenzzimmer, mehr Aufgebrühtes: „Ich bin froh, dass er wenigstens ein Café geworden ist.“
Gastlich soll es auch kommenden Dienstag zu gehen, wenn Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz an dieser Stelle zu einer Eigentümerversammlung der Immobilien in der Bahnhofstraße einlädt. „Man hat so einen guten Blick in die Bahnhofstraße von dort aus“, sagt die Rathauschefin mit einem feinen Lächeln. Sie ist sicher, dass sich wegen der neuen Europa-Galerie „die Bahnhofstraße verändern wird“. Ziel sei es, die Einkaufsmeile zu beleben, dass sie attraktiv bleibt. Britz setzt auf Antworten: „Welche Filialisten kommen in Leerstände?“, will sie wissen und die Eigentümer fragen: „Was haben sie vor?“
Mögliche Antworten stehen für Kunden wie Desiree Maus aus Heusweiler am Eröffnungstag im Hintergrund. Ihr erster Eindruck der Galerie ist ganz frisch: „Wahnsinnig groß“, sagt sie und balanciert Töchterchen Lina auf dem Schoß. Sie dachte bei Galerie an eher „vornehm“, aber die „echt gemütlichen Geschäfte“ sind ihr aufgefallen. Und dass es viel Platz für den Kinderwagen gibt. Lina hört’s gelassen. Heute bekommt sie warme Hosen. Irgendwann kauft sie diese selbst. Und wird wissen, was aus Bahnhofstraße und Galerie geworden ist.

 
Auf einen Blick

Die Europa-Galerie wird die kommenden 22 Tage geöffnet sein. Das sagte Centermanager Serge Micarelli am Donnerstag (21.10.2010). Er betonte, dass viele der etwa 80.000 Besucher am Eröffnungstag nach ihrem Besuch der Galerie noch in die Bahnhofstraße gegangen seien. „Das ist wie im Weihnachtsgeschäft“, sagte er und zog eine positive Bilanz des ersten Tages. red

 


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