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Großes Waffenlager bei Mann (88) in Beckingen entdeckt

Vor vier Jahren staunten selbst erfahrene Kriminalisten, als sie hunderte Waffen bei dem Rentner aus Verstecken holten. Foto: Polizei

Vor vier Jahren staunten selbst erfahrene Kriminalisten, als sie hunderte Waffen bei dem Rentner aus Verstecken holten. Foto: Polizei

Der Tipp an die Fahnder kam aus Sammlerkreisen: Ein 88 Jahre alter Rentner aus Beckingen soll im Keller seines Hauses, das in einer ruhigen Stichstraße liegt, ein illegales Waffenarsenal verstecken. Der gelernte Schreiner und Ex-Hüttenarbeiter mit Bastlerqualitäten ist als Waffennarr bekannt. Die Waffen- und Sprengstoffspezialisten des Landespolizeipräsidiums und die Waffenbehörde beim Landratsamt Merzig-Wadern kennen die Adresse in Beckingen . Bereits im Februar 2011 ging dort eine erfolgreiche Razzia über die Bühne. Erfahrene Kriminalisten berichteten damals von dem bislang größten privaten Waffendepot, das sie jemals entdeckt hatten: Mehr als 100 Schusswaffen, 362 Stich- und Stoßwaffen sowie kistenweise scharfe Munition wurden beschlagnahmt. Der greise Waffennarr hatte sogar spezielle Verstecke für seine Gewehre und Pistolen gebaut, etwa in Nischen, Schränken oder Abstellkammern. Gegen den ehemaligen Sportschützen, der früher legal im Besitz von Waffen war, wurde 2011 ein allgemeines Waffenbesitzverbot ausgesprochen. Diese Auflage scheint ihn kaum interessiert zu haben. Er muss wieder kräftig in sein Waffenlager investiert haben.

Nach dem Hinweis aus der Sammlerszene erließ ein Richter am Saarbrücker Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für das Haus des polizeibekannten 88-Jährigen. Zehn Beamte, darunter Spezialisten des Landespolizeipräsidiums, Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes und Ermittler der Merziger Polizeiinspektion, traten am Dienstagvormittag um 9.30 Uhr in Beckingen auf den Plan. Dem Rentner wurde offenbart, dass erneut wegen Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz gegen ihn ermittelt wird.

Die Fahnder wurden bei der Durchsuchung, die sich über mehrere Stunden hinzog, weil jeder Winkel des Anwesens untersucht werden musste, schnell fündig. Mitarbeiter der Kreisverwaltung sammelten nach Polizeiangaben alleine fast 100 Messer, Dolche und Dekorationswaffen ein. Im Keller des Einfamilienhauses fanden die Beamten dann nach Angaben von Polizeisprecher Stephan Laßotta unter anderem sechs scharfe Handfeuerwaffen. Zudem wurden einzelne Teile von Schnellfeuergewehren entdeckt, ein Totschläger, mehrere leere Granathülsen und weitere entschärfte Kriegsmunition.

Der alte Mann erklärte sich schließlich nach Abschluss der Durchsuchung freiwillig bereit, sich in einer psychiatrischen Fachklinik behandeln zu lassen. Ihm hätte ansonsten möglicherweise die einstweilige Unterbringung gedroht.
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