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Großrazzia im Saarland: 280 Polizisten im Einsatz

Im Rahmen einer Großrazzia wegen Verdachtes des bandenmäßigen Einbruchsdiebstahls, gewerbs- und bandenmäßigen Menschenhandels und Trickdiebstahls durchsucht die saarländische Polizei am Dienstag (04.06.2013) mehrere Wohnhäuser, wie hier an einem Wohnhaus in der Friedrichstraße in Bous.

Im Rahmen einer Großrazzia wegen Verdachtes des bandenmäßigen Einbruchsdiebstahls, gewerbs- und bandenmäßigen Menschenhandels und Trickdiebstahls durchsucht die saarländische Polizei am Dienstag (04.06.2013) mehrere Wohnhäuser, wie hier an einem Wohnhaus in der Friedrichstraße in Bous.

Der „Tag X“, wie Einsatzleiter Stefan Noll den größten Polizei-Einsatz der vergangenen Jahre gegen Einbrecher nennt, begann gestern Morgen um 4 Uhr. Bis der Kriminaloberrat die 280 Beamten in einer Lagebesprechung in die Pläne der Ermittler einwies, wusste nur ein ganz kleiner Kreis vom bevorstehenden Zugriff namens „Romanze“ gegen eine rumänische Einbrecherbande. Für diejenigen, auf die es Nolls Leute abgesehen hatten, endete der Schlaf pünktlich um fünf Uhr, als Beamte – unterstützt von Spezialkräften – in Saarbrücken und Bous mehrere Wohnungstüren mit Rammböcken aufbrachen.

Nach monatelangen Ermittlungen verhafteten die Polizisten gestern Morgen fünf Mitglieder der Bande, auf deren Konto mindestens 50 Einbrüche unter anderem in Saarbrücken, Saarlouis, Püttlingen und Bous gehen sollen. In Bous fassten die Polizisten auch den Bandenchef, einen 34-jähriger Rumänen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin (28) soll er osteuropäische Frauen unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und sie mit Drogen und Gewalt gefügig gemacht haben, damit sie sich prostituieren. Einen weiteren Haftbefehl hatten 43 Beamte des Polizeipräsidiums Bochum bereits am Montag gegen einen Einbrecher vollstreckt, der sich zeitweise im Saarland aufgehalten hatte. „Einige wenige“ Täter, gegen die ein Haftbefehl vorliegt, seien gestern noch nicht angetroffen worden, hieß es.

Im Saarland durchsuchte die Polizei 29 Objekte: fünf An- und Verkaufgeschäfte für Goldwaren, ein Bordell in Saarlouis, einen Saarbrücker Paketzusteller, der Rest Wohnungen und konspirative Unterkünfte. Über die Verkaufsgeschäfte soll Diebesgut vertrieben worden sein; der Paketzusteller soll Beute nach Rumänien geschafft haben. Die Ermittler beschlagnahmten nach eigenen Worten „eine Vielzahl von Schmuck“ sowie „weit über 10 000 Euro“ Bargeld. Einsatzleiter Stefan Noll sagte, bereits nach den ersten Auswertungen gebe es erfolgversprechende Ansätze für weitere Ermittlungen.

Die Polizisten der im Januar ins Leben gerufenen Ermittlungsgruppe (EG) „Wohnungseinbruch 2013“ waren der osteuropäischen Bande seit Monaten auf der Spur, einige Mitglieder sitzen bereits länger in Untersuchungshaft. Polizeivizepräsident Hugo Müller sagte, solche reisenden Tätergruppen, die sich selbst als „Brigaden“ bezeichneten, gingen „organisiert, arbeitsteilig und sehr abgeschottet“ vor. Sie hätten Aufklärungs-, Ausführungs- und Verwertungstrupps. Der Erste Polizeihauptkommissar Helmut Degen von der EG „Wohnungseinbruch“ sagte, es sei gestern gelungen, „sämtliche Ebenen und Strukturen der Bande abzuschöpfen“. Allerdings rechnet die Polizei noch mit mehr „Brigaden“ im Land.

Die Ermittler fanden zudem heraus, dass es eine Verbindung der Bande zu Tätern aus Südosteuropa gibt, die dreiste Trickdiebstähle begehen. Diese Taten sollen nach bisherigen Erkenntnissen vornehmlich in Saarbrücken-Malstatt vorbereitet worden sein. Allein dort waren gestern Morgen bei einer Razzia 120 Polizisten im Einsatz. In drei Wohnungen in der Frankenstraße stießen sie auf beengtem Raum auf 85 Menschen – obwohl nur 29 gemeldet sind.

Die Arbeit der EG zeigt bereits Erfolge: Nach Degens Angaben ist die Zahl der Einbrüche von 168 im März auf 121 im April und 95 im Mai gesunken. Im Mai 2012 waren es noch 164. Seit Januar seien 14 Haftbefehle vollstreckt worden, dadurch seien fast 100 Diebstähle aufgeklärt worden. Innenministerium Monika Bachmann (CDU) sprach von einem „großartigen Erfolg“ der Polizei im Kampf gegen Einbruchdiebstahl. Die Ermittlungen gingen nun unvermindert weiter. Sie appellierte an die Saarländer, bei einem Verdacht lieber einmal zu viel als zu wenig die Polizei anzurufen. Polizeivizepräsident Müller ergänzte: „Türen und Fenster schließen, eine gewisse Beleuchtung herstellen, dafür sorgen, dass ein einfacher Zutritt in die Häuser nicht möglich ist – das reicht in den meisten Fällen aus, um Delikte zu verhindern.“


Saar-Polizei weitet Kampf gegen Trickdiebstähle aus

Saarbrücken. Eine neue Ermittlungsgruppe (EG) der Polizei geht gegen die wachsende Zahl von Trickdiebstählen vor. Polizeivizepräsident Hugo Müller sagte, seit Jahresbeginn habe es 80 Fälle des sogenannten Kettentricks gegeben. An verschiedenen Stellen im Saarland – ein „Brennpunkt“ sei Saarbrücken- Malstatt – gebe es „eine ganz starke Konzentration von Südosteuropäern“, die entsprechende Straftaten vorbereiteten. Nach Angaben des Leiters der siebenköpfigen EG, Kriminalhauptkommissar Gerhard Stiglmair, gehen die Täter immer nach dem gleichen Muster vor: Aus einem Auto heraus würden sie zumeist ältere Menschen nach dem Weg fragen. Dann würden sie sich mit Umarmung und Küssen bedanken, ihre Opfer mit minderwertigem Schmuck beschenken und dabei hochwertigen Schmuck stehlen. Stiglmair riet zur Vorsicht. Wer entsprechende Verhaltensmuster beobachte, solle einschreiten und sich bei der Polizei melden. kir
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