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Großrosseln: Mädchen nach Hunde-Angriff schwer verletzt



Großrosseln. Von einem fast unglaublichen Vorfall berichtet Inge Detjen aus Großrosseln am Telefon. Und sie hat nichts erfunden, nichts übertrieben – auf SZ-Nachfrage bestätigt die Völklinger Polizei, dass sich die Sache genau so zugetragen hat, wie es die SZ-Leserin schildert: Am Freitagabend gegen 19.30 Uhr hat ein Hund auf dem Großrosseler Spielplatz Rosenberg ihre Tochter angefallen und mit Bissen so schwer zugerichtet, dass das Kind noch immer im Krankenhaus liegt. Die 13-Jährige saß mit drei anderen Kindern auf einer Spielplatzbank, als ein Mann mit seinem Hund an der Leine auf dem angrenzenden Weg vorbeiging. Er habe die Kinder gefragt, ob sie Angst vor Hunden hätten, berichtet die Mutter. Einige hätten das bejaht. Der Mann sei vorbeigegangen, habe das Tier von der Leine gelassen, damit es sein Geschäft erledigen könne.

Der Hund sei dann aber nicht zu ihm zurückgekehrt, sondern auf den Spielplatz gelaufen („es gibt dort keinen Zaun“, sagt Detjen), zu den Kindern. Unvermittelt habe er sich auf ihre Tochter gestürzt und die 13-Jährige mehrfach gebissen; „Po, Wade, Oberschenkel, Kniekehle, Hand, Kopf“, sagt die Mutter. Mit dem Rettungshubschrauber sei das Mädchen ins Krankenhaus gebracht worden. Und noch immer könne es keinen Schritt laufen, wegen eines üblen Hämatoms in der Kniekehle; auf jedem Weg, und seien es nur die zwei Meter bis zur Toilette, werde es im Rollstuhl gefahren. Inge Detjen spricht von einer „Bulldogge“.

So haben es die Polizisten wohl auch im ersten Moment notiert. Mittlerweile haben sie nachgeforscht: Das Tier – sein Halter, ein 34-Jähriger, der in der Nachbarschaft des Spielplatzes wohnt, ließ es am Samstag einschläfern – war ein Mischling aus Dänischer Dogge, Rottweiler und Labrador, 65 Kilo schwer. Die Hand der 13-Jährigen, sagt Werner Michaltzik, Leiter der Polizeiinspektion Völklingen, sei quasi durchgebissen worden. Und es sei davon auszugehen, dass der Hund den Kopf des Mädchens komplett im Maul gehabt habe. Der Hundehalter sei „polizeibekannt“, fügt Michaltzik hinzu.

Der 34-Jährige und seine Lebensgefährtin besäßen noch drei weitere große Hunde. Die Polizei habe „Zweifel an der Eignung“ des Paares, solche Tiere zu halten, sagt Michaltzik. Er will bei der Ortspolizeibehörde, also beim Großrosseler Ordnungsamt, darauf hinwirken, dass Hunde und Halter überprüft werden. Dass die Polizei den gravierenden Vorfall nicht – pflichtgemäß – an die Öffentlichkeit gemeldet habe, sei eine bedauerliche Panne: „Da werden wir für die Zukunft nachsteuern.“
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