Saarland. B41. Gefahrenstelle durch defektes Fahrzeug auf der Johannisbrücke in Fahrtrichtung BAB 623, AD Friedrichsthal. (14:06)

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Großvater (54) wegen Missbrauchs von Enkelin verurteilt

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 185 Fällen hat das Landgericht Saarbrücken am Freitag einen 54 Jahre alten Großvater zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Saarländer hatte zuvor gestanden, dass er seine Enkeltochter zwischen 2002 und 2010 mehr als 180 Mal missbraucht habe. Zudem habe er sich im Beisein der Enkelin einige Male an zwei Freundinnen des Mädchens vergangen, als die Kinder bei ihm zu Besuch waren.

Die Mädchen waren zum Zeitpunkt der Übergriffe alle noch keine zwölf jahre alt. Angefangen habe das Ganze, als die Enkelin etwa sechs Jahre alt gewesen war. Das Kind habe in jener Zeit regelmäßig an den Wochenenden seine Großeltern besucht und von Samstag auf Sonntag in deren Schlafzimmer übernachtet. Wenn die Oma schlief, habe sich der Mann dem Kind in eindeutiger Absicht genährt. In der ersten Zeit habe er das Mädchen unter den Kleidern berührt und sich dabei selbst stimuliert. In der Folgezeit seien die Berührungen immer intensiver geworden und das Mädchen habe auch den Opa berühren müssen. Damals war das Kind zwischen neun und elf Jahren alt. In jener Zeit übernachteten auch zwei Freundinnen der Schülerin bei deren Großeltern im Wohnzimmer. Auch diesen Mädchen und seiner Enkelin habe sich der Angeklagte sexuell genährt, als die Großmutter nebenan schlief.

Die Kinder erzählten über Jahre niemandem von den Übergriffen. Erst im Jahr 2013 offenbarte sich die Enkelin ihrer Stiefmutter, als sie in der Pubertät mit dem Ganzen nicht mehr fertig wurde. Die Eltern erstatteten Strafanzeige und der Angeklagte kam in Untersuchungshaft. Er wies die Vorwürfe zunächst zurück. Auch die Großmutter des Mädchens will ihrer Enkelin offenbar bis heute nicht glauben und hat den Kontakt dem Vernehmen nach abgebrochen. Darunter leidet die Jugendliche sehr. Sie vermisst die Oma und will den Opa eigentlich nicht mehr sehen, hieß es vor Gericht. Sie habe Angst, dass sie dann – als Zeugin in dem Strafprozess – weinen würde. Dass Sie kein Wort herausbekommen würde. Im Vorfeld des Prozesses habe sie deshalb zu Hause tagelang allein im Zimmer gesessen, im Dunkeln, mit geschlossenen Rolläden. Ratlos, verzweifelt.

Nach dem Geständnis des Angeklagten mussten seine Opfer aber nicht mehr vor Gericht aussagen. Im Gegenzug bekam der 54-Jährige eine deutliche Strafmilderung. Fazit der Staatsanwältin und der Richter: Der Angeklagte habe über Jahre die Liebe und das Vertrauen seiner Enkeltochter ausgenutzt. Und er habe das Vertrauen der Freundinnen des Mädchens ausgenutzt. Vor diesem Hintergrund sei die „milde Strafe von nur vier Jahren Gefängnis“ nur deshalb zu vertreten, weil er mit seinem Geständnis seiner Enkeltochter und den beiden anderen Mädchen eine lange, belastende Aussage vor Gericht erspart habe. wi
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