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Grüne entscheiden, wer im Saarland regieren kann

Saarbrücken. Im Saarland könnte es zur ersten Zusammenarbeit von SPD und Linkspartei in einem westdeutschen Bundesland kommen. Die SPD rutschte bei der gestrigen Landtagswahl zwar auf ein historisches Tief. Mit Unterstützung der Linken und der Grünen könnte Heiko Maas jedoch eine rot-rot-grüne Links-Koalition bilden.

Die Grünen können aber auch ein anderes Bündnis schmieden: Zusammen mit der CDU, die herbe Verluste erlitt, und den erstarkten Liberalen ist eine so genannte Jamaika-Koalition möglich.

26 Stimmen sind für die Wahl des neuen Ministerpräsidenten im Saarbrücker Landtag notwendig: Beide Regierungsvarianten wären gleich stark: Ein rot-rot-grünes Bündnis unter Heiko Maas käme auf 27 Sitze im Landtag, ebenso eine schwarz-gelb-grübe Koalition unter Peter Müller.

Grünen-Chef Hubert Ulrich hatte vor der Wahl klar Heiko Maas als künftigen Ministerpräsidenten den Vorzug gegeben ("Wir wollen den Wechsel"), sich allerdings für ein rot-gelb-grünes Bündnis ausgesprochen. Zwischen Linkspartei und Grünen hatte es zudem kräftig rumort, nachdem Oskar Lafontaine den Grünen geheime Absprachen mit der CDU vorgeworfen hatte. Hubert Ulrich ließ daraufhin plakatieren: "Wir Grün wählt, wird Oskar ärgern." 

Peter Müller sprach in der ARD von einer "schmerzlichen Niederlage", dennoch sei die CDU stärkste Partei und werden deshalb versuchen, auch künftig die Regierung zu bilden. Müller sagte, für Schwarz-Gelb gebe es leider keine Mehrheit, deshalb werden er Gespräche mit FDP und Grünen aufnehmen. Er will aber auch mit Heiko Maas über eine große Koalition sprechen.

Auch Heiko Maas sieht sich vom Wähler darin bestärkt, Regierungsgespräche zur führen. Er werde zunächst mit Linken und Grünen sprechen, da die SPD für einen Politikwechsel eintrete. Aber auch mit Müllers CDU will Heiko Maas Gespräche führen.

Stärkste Fraktion im neuen Landtag bleibt die CDU unter Ministerpräsident Peter Müller. Die Christdemokraten erreichten 34,5 Prozent der Stimmen (minus 13,0 Prozent) und stellen künftig 19 der insgesamt 51 Abgeordneten.

Die SPD kam mit ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas auf 24,5 Prozent – das schlechteste Ergebnis der Saar-SPD seit 1957. Mit diesem Ergebnis können 13 Sozialdemokraten in den neuen Landtag einziehen.

Die FDP erreichte 9,2 Prozent; das entspricht 5 Landtags-Mandaten. Auf die Grünen entfielen 5,9 Prozent der Stimmen, sie sitzen mit drei Abgeordneten im neuen Landtag. Die Linke zieht mit 11 Abgeordneten und einem Ergebnis von 21,3 Prozent in den Saar-Landtag ein.

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag deutlich höher als bei der Landtagswahl von 2004. Laut Landeswahlleitung lag sie bei 67,6 Prozent, 2004 hatte sie mit 55,5 Prozent ein Rekordminus erreicht


Stimmen zur Landtagswahl

"Eine riesige Klatsche für die CDU-Regierung von Peter Müller. Die Menschen wollen einen Wechsel.“
SPD-Generalsekretär Reinhold Jost

„Das Ergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen“
CDU-Generalsekretär Stephan Toscani

"Ministerpräsident Peter Müller hat einen klaren Auftrag, Gespräche in Richtung einer neuen Regierungsbildung zu führen."
Jürgen Schreier, CDU-Fraktionschef im Landtag

"Das Ziel war, einen Politikwechsel zu erreichen - das ist gelungen."
Elke Ferner, SPD-Bundestagsabgeordnete

"Wir müssen jetzt sehen, mit wem wir die größte Schnittmenge haben."
Claudia Willger-Lambert, Landtagsabgeordnete der Grünen

"Ein erdrutschartiger Sieg!"
Hans-Kurt Hill, Bundestagsabgeordneter der Linken

"Die Grünen können keinen Verlierer zum Ministerpräsidenten wählen. Wer wie die CDU 13 Prozentpunkte verliert, muss abtreten."
Rolf Linsler, Landeschef der Linken

"Alles deutet auf eine Mehrheit links von der Mitte hin."
Kajo Breuer, grüner Bürgermeister von Saarbrücken

"Wir sind die Sieger...Wir sind für eine Jamaika-Koalition offen."
FDP-Chef Christoph Hartmann clp/sz

 


SZ- und SOL- Wahlwette: Bessere Prognose als alle Profi-Institute


Saarbrücken. Das Saarland hat seinen neuen Landtag gewählt. Die Internet-Nutzer haben vorab bei der SZ-Wahlwette ihre Prognose abgegeben: Wer gewinnt die Landtagswahl 2009, war die Frage? Auf www.wahlen.saarbruecker-zeitung.de konnten die Leser auf den Ausgang der Landtagswahl wetten. Jeder Partei – CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke – konnte der Nutzer einen Prozentwert zuordnen.

Wer dem vorläufigen amtlichen Ergebnis am nächsten gekommen ist, hat eine „Wahlparty“ samt Büffet für 15 Personen gewonnen (wir veröffentlichen den Sieger am Montag). Rund 3500 Leser haben teilgenommen. Nach Schluss der Auszählung lagen die SZ-Leser deutlich vor den Profi-Instituten von ARD (Infratest Dimap) und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen).

Partei Ergebnis SZ-Wahlwette ARD ZDF CDU 34,5 35,3 38 36 SPD 24,5 25,9 26 26 Grüne 5,9 7,4 6 6 Linke 21,3 17,6 15 16 FDP 9,2 9,3 9 9 Sonstige 4,6 4,5 6 5           Abweichung   7,6 13 9

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