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Gutachten: "Stadtmitte am Fluss" könnte 500 Jobs schaffen

In der neuen Stadtmitte, hier eine Simulation, sollen viele Arbeitsplätze entstehen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Tunnel gebaut wird und dadurch Platz links und rechts der Saar entsteht.

In der neuen Stadtmitte, hier eine Simulation, sollen viele Arbeitsplätze entstehen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Tunnel gebaut wird und dadurch Platz links und rechts der Saar entsteht.

Wenn die Stadtmitte am Fluss gebaut wird, bringt das viele Aufträge für die Wirtschaft und dauerhaft Arbeitsplätze. So steht es in einem Gutachten des Pestel-Instituts. Die Grünen forderten im Bauausschuss eine große Kampagne, um die Bürger von der neuen Stadtmitte zu überzeugen.

Saarbrücken. Was nützt es, wenn die Mehrheit der Politiker für die Stadtmitte am Fluss ist, viele Bürger aber nicht? Diese Frage treibt Guido Vogel-Latz von den Grünen um. Deshalb forderte er am Mittwoch (08.09.2010) im Bauausschuss des Stadtrates: „Wir brauchen eine große Öffentlichkeitskampagne, um Oberwasser zu bekommen.“ Denn viele Bürger seien von dem Großprojekt noch nicht überzeugt.

Um das zu ändern, müssten Stadt und Landesregierung auch richtig Geld in die Hand nehmen. Gleichzeitig kritisierte Vogel-Latz Ministerpräsident Peter Müller, der das Projekt ins „Abseits“ gestellt habe, als er kürzlich während einer Podiumsdiskussion den Tunnel in Frage stellte. Auch Hermann Hoffmann (CDU) meinte: „Die Öffentlichkeitsarbeit ist deutlich zu verbessern.“

Investitionen in Höhe von 521 Millionen Euro
Zuvor hatte Lothar Hübl vom Pestel-Institut die Ergebnisse eines Gutachtens vorgestellt, das die Auswirkungen der Stadtmitte am Fluss auf die regionale Wirtschaft untersucht. Dieses Gutachten hat die Europäische Kommission verlangt. Nach Angaben Hübls würden insgesamt 521 Millionen Euro in Saarbrücken investiert, wenn die Stadtmitte am Fluss wie geplant inklusive Tunnel gebaut wird.

Tunnel Vorraussetzung für Szenario
Die öffentlichen Ausgaben von 356 Millionen Euro würden private Investitionen auf den entstehenden Freiflächen von rund 165 Millionen Euro links und rechts der Saar auslösen. Dort sollen Büros und Einzelhandel entstehen, wenn die Autobahn in einen Tunnel verlegt wird. Ob der kommt, ist derzeit aber noch fraglich. Erst 2013 soll darüber entschieden werden.

Vor allem die Baubranche und die Planungsbüros würden von den Aufträgen profitieren, meinte Hübl. Basis seiner Berechnungen war eine Analyse des Instituts, wie städtische Gesellschaften, zum Beispiel die Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU), die regionale Wirtschaft stärken.

Neue Arbeitsplätze
Der Volkswirtschaftler Hübl untersuchte auch, wie viele Arbeitsplätze die Stadtmitte am Fluss während der Bauphase und darüber hinaus bringt. Rund 350 Arbeitsplätze entstünden während der Bauzeit, 350 dauerhafte Jobs anschließend auf den Flächen links und rechts der Saar. Hinzu kämen 150 Dauerarbeitsplätze, davon 100 in der Stadt, um zum Beispiel die neuen Bauwerke wie den Tunnel zu überwachen und in Stand zu halten.

Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer wies darauf hin, die Investitionen seien vorsichtig angesetzt. In den Berechnungen seien auch die Unterhaltungskosten für die Bauwerke enthalten. Die Kosten für den Unterhalt des Tunnels trage der Bund, sagte Wandel-Hoefer.

In der nächsten Woche werde sie die letzten von der Europäischen Union geforderten Daten nach Brüssel schicken. FDP und Freie Wähler kritisierten das Gutachten. Die negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel während der Bauzeit habe das Institut gar nicht berücksichtigt. Hübl konterte, es hätten keine Daten zu negativen Einflüssen vorgelegen. Er habe nach einem international anerkannten Verfahren gearbeitet. 



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