Saarland. B41. Gefahrenstelle durch defektes Fahrzeug auf der Johannisbrücke in Fahrtrichtung BAB 623, AD Friedrichsthal. (14:06)

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Gute Arbeit -Lob für Ex-Hartz-IV Empfänger

Nürnberg/Saarbrücken. Frühere Hartz-IV-Empfänger sind als Mitarbeiter nicht schlechter als andere Arbeitnehmer. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage, die das Allensbach-Institut für die Bundesagentur für Arbeit gemacht hat. 306 Betriebe aus den Branchen Pflege, Handwerk und Gastronomie wurden für die Studie über ihre Erfahrungen befragt. Sie alle hatten in den vergangenen fünf Jahren Hartz-IV-Empfänger eingestellt.

Die Ergebnisse zeichnen ein positives Bild: Mit 67 Prozent sind mehr als zwei Drittel der Unternehmen zufrieden mit den Mitarbeitern, 25 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Dabei überzeugen die ehemaligen Grundsicherungs-Empfänger in fast allen Bereichen: Ob Pünktlichkeit (81 Prozent), Teamfähigkeit (76 Prozent), Zuverlässigkeit (68 Prozent) oder Motivation (64 Prozent), überall erreichten sie weitgehend hohe Zufriedenheitswerte. Einzig die Qualifikation lässt nach Ansicht einiger Arbeitgeber zu wünschen übrig. Hier äußert sich aber immer noch jeder zweite (53 Prozent) zufrieden. „Die Befragung bestätigt, was mir die meisten Arbeitgeber auch in persönlichen Gesprächen berichten“, sagt Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der Bundesagentur. „Ehemalige Hartz-IV-Empfänger sind motiviert und engagiert – auch wenn oder gerade weil ihre Biografien oft Ecken und Kanten haben.“ Unternehmer sollten deshalb ihre Bedenken beiseitelassen und Menschen aus der Grundsicherung eine Chance auf Beschäftigung geben.

Motiviert und engagiert

Zwar sind nur wenige Betriebe (ein Prozent) überzeugt, dass diese Mitarbeiter besser arbeiten, 31 Prozent sehen eher schlechtere Leistungen, doch 55 Prozent erkennen kaum Unterschiede zu anderen Mitarbeitern. Und drei Viertel der Befragten geben an, dass sie erneut Hartz-IV-Bezieher einstellen würden.

Wie schwierig es ist, aus Hartz IV in eine auskömmliche stabile Beschäftigung zu wechseln, zeigt auch eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsförderung (IAB). Zwar waren im untersuchten Zeitraum 2008 unter allen Neueinstellungen 15,5 Prozent Hartz-IV-Bezieher, aber nur 50,4 Prozent von ihnen haben es geschafft, eine bedarfsdeckende Beschäftigung aufzunehmen. Und auch nur etwas mehr als die Hälfte der Arbeitsverhältnisse (55,4 Prozent) bestand länger als sechs Monate. Das hängt auch damit zusammen, dass diese häufig als Aushilfstätigkeiten angelegt waren.

Positiv hat sich die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Saarland entwickelt: 2011 wurden im Jahresdurchschnitt noch rund 24.800 Arbeitslose in der Grundsicherung gezählt – nach 26.000 ein Jahr zuvor. Und auch beim Übergang in den Arbeitsmarkt gab es einen Anstieg: 11.500 Bezieher haben einen Job am ersten Arbeitsmarkt aufgenommen, 200 mehr als im Vorjahr.
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