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Gute Räume, schlechte Lage: Architektur-Studenten der HTW beenden ihr erstes Semester in Göttelborn

In der ehemaligen Werkstatthalle der Grube Göttelborn können sich die Architektur-Studenten voll entfalten. Foto: Becker&Bredel

In der ehemaligen Werkstatthalle der Grube Göttelborn können sich die Architektur-Studenten voll entfalten. Foto: Becker&Bredel

Die Ablehnung war eindeutig: Als die Fachschaft Architektur die betroffenen Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft im letzten Jahr befragte, was sie vom neuen Campus Göttelborn halten, sprachen sich 97 Prozent von ihnen gegen das neue Gelände aus. Kurz vor dem diesjährigen Semesterbeginn, als der Umzug konkret wurde, begann sich die Stimmung etwas zu bessern. Trotz ihrer grundsätzlichen Skepsis schienen die Studenten auch die Vorteile des neuen Campus zu sehen (wir berichteten). Heute, nach einem ersten Semester Studienbetrieb, hat sich die Lösung in der Praxis zumindest teilweise bewährt. Besonders die Arbeitsbedingungen hätten sich im Vergleich zum Saarbrücker Campus deutlich verbessert, lautet das einstimmige Urteil unter den Studenten .

 

„Architekturstudenten arbeiten mit Plänen und Modellen“, erläutert Prodekan Ulrich Pantle. „Dafür werden üblicherweise an der Hochschule entsprechende Arbeitsplätze angeboten. Dies war am alten Standort ein Problem, auf dem neuen Campus gibt es hingegen ein großzügiges Raumangebot.“

 

Diese Einschätzung wird von den Studenten geteilt. „Wir haben hier wesentlich bessere Räumlichkeiten und deutlich mehr Platz“, sagen Florian Schamper und Fabienne Grund. Und Christian Richter, der gerade an seiner Bachelorarbeit schreibt, ergänzt: „Wir können hier mehr unser Ding machen. Wir haben Stellwände, auf denen man seine Präsentation machen kann, und wir haben größere Arbeitsgruppenplätze.“ Einen besonderen Vorteil sehen die Studenten in den Zugangsmöglichkeiten zu den Räumen. Mit einer speziellen Karte haben sie zu jeder Zeit die Möglichkeit, an ihren Arbeitsplatz zu kommen. „Das Studium ist sehr zeitintensiv, daher ist es super, dass man 24 Stunden hier rein kann“, lobt Fachschaftsvertreterin Aysen Gök diese Möglichkeit.

 

Doch nicht alles ist besser geworden. Im ersten Semester hatte vieles auf dem neuen Campus noch etwas Improvisiertes. Immer wieder habe es beispielsweise Probleme mit der Technik gegeben, Computer stürzten ab, klagen die Studenten . Auch eine richtige Mensa fehle noch. Prodekan Pantle weiß um die Probleme: „Wir sind in einer Übergangsphase, es gibt noch keinen Regelbetrieb.“ Er erhoffe sich aber, diese bis zum Wintersemester in den Griff zu bekommen.

 

Ein dauerhaftes Problem könnte hingegen die Verkehrsanbindung des Campus werden. Die abseitige Lage stand von Anfang an im Zentrum der Kritik der Studenten . Als Reaktion darauf wurde ein Shuttle-Service von Quirschied nach Göttelborn eingerichtet.Im Idealfall sollen Studenten für den Weg vom Saarbrücker Hauptbahnhof mit einem Mal Umsteigen fünfundzwanzig Minuten brauchen.

 

Doch in der Praxis scheint es bei dieser Lösung zu haken. So berichtet Steven Gettmann: „Ich habe mir jetzt einen Roller organisiert, da die Fahrt mit dem Bus eine ganz schöne Qual ist.“ Gettmann zufolge dauert die Fahrt insgesamt wesentlich länger. „Mit dem Bus habe ich knapp anderthalb Stunden gebraucht, mit Wartezeiten teilweise bis zu zweieinhalb Stunden. Nach Saarbrücken waren es noch knapp 50 Minuten.“ Mit dieser Einschätzung sei er nicht alleine. „Der Bus wird fast gar nicht genutzt.“

 

Auch Prodekan Pantle hat von Problemen mit dem Bus gehört, kann aber nur von Einzelstimmen berichten. Eine repräsentative Erhebung soll im Herbst folgen. Die Situation sieht er aber kritisch: „Die Konsequenz für die Studierenden ist dadurch auf jeden Fall, nicht für wenige Stunden an die Hochschule zu kommen. Entweder sie kommen den ganzen Tag, arbeiten zwischen den Lehreinheiten an ihren Arbeitsplätzen oder sie kommen einfach gar nicht an die Hochschule.“

 

Für einzelne Studenten scheint das Problem so gravierend, dass sie drastische Konsequenzen erwägen. So sagt Lucas Wolf: „Die Räume hier sind super, aber am falschen Standort. Ich bin jetzt im vierten Semester und mir relativ sicher, dass ich nach dem Bachelor woanders hingehen werde. Wäre der Standort noch in Saarbrücken , hätte ich es mir vielleicht anders überlegt.“

 

Angesichts solcher Stimmen gibt es im Fachbereich Architektur die Befürchtung, dass sich der Ortswechsel negativ auf die Studentenzahlen auswirken könnte. Die Bewerbungen für das kommende Studienjahr deuten jedoch an, dass es keinen Rückgang geben wird, so Prodekan Pantle. Ganz sicher sei man sich jedoch noch nicht. Auch hierzu gebe es verlässliche Zahlen erst im Herbst.

 

Für die Architekten wird es wichtig sein, dass die Studenten die Lokalität auch dauerhaft annehmen. Denn angesichts der neuerlichen Verzögerungen beim Hochhausbau rechnet kaum einer der Architekten damit, dass nach fünf Jahren tatsächlich die Rückkehr nach Saarbrücken stattfindet.
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