A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

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HG Saarlouis startet mit Handicap

Handball (Symbolfoto)

Handball (Symbolfoto)

Während seine Mannschaftskameraden in der beheizten Stadtgartenhalle ihrem semiprofessionellen Hobby frönen, kriecht Jerome Müller durch Matschpfützen. Oder wiederholt während eines Marsches mit Sturmgepäck lautstark markige Vierzeiler. Soweit das Klischee. Handballer Müller leistet seit Jahresbeginn seinen Grundwehrdienst. Pflichtprogramm, um in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen zu werden. Was mittelfristig Müllers Karriere fördern soll, hindert die HG kurzfristig an einer optimalen Vorbereitung auf das erste Spiel des Jahres am Sonntag um 17 Uhr beim TuSEM Essen.

„Mit ihm fehlt uns ein wichtiger Baustein. Und er hätte wieder Selbstvertrauen tanken können“, klagt Trainer Jörg Bohrmann vor dem Hintergrund, dass Müller vor der Winterpause in einem Formtief steckte. Dabei war er vergangene Saison hinter Kapitän Jonas Faulenbach (170 Treffer) mit 164 Toren noch der zweitbeste HG-Torjäger. Müller wird zwar in Essen und bei den kommenden Spielen dabei sein. Seit sechs Wochen konnte der 20-jährige Linkshänder aber nicht mit der Mannschaft trainieren. „Dass er den Weg zur Bundeswehr geht, wurde schon letztes Jahr geplant. Das ist natürlich auch keine schlechte Sache für ihn. Wir müssen das so hinnehmen“, sagt Bohrmann. Ausgerechnet in einer Phase, in der es gegen Essen, Hamm (11. Februar) und Neuhausen (17. Februar) geht – drei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, gegen die Saarlouis „gezwungenermaßen punkten sollte“ (Bohrmann).

Auch ohne Müller habe die Mannschaft „gut und konzentriert“ gearbeitet. Vor allem die eher mentale Problematik einer immer wiederkehrenden Schwächephase in der zweiten Halbzeit sei man mit dem Verfestigen von Automatismen aussichtsreich begegnet: „Wir haben ein System, und das wollen wir in jedem Fall beibehalten. Das heißt nicht, dass es immer funktionieren muss. Aber es gibt uns eine Konstante“, stellt Bohrmann klar. Umsetzen lässt sich dies nur mit viel Disziplin. Allzu oft hat sein Team in der Hinrunde wegen Verunsicherungen Punkte hergeschenkt.

Ein Grund für die teils erschreckend schwachen Phasen, vor allem gegen direkte Konkurrenten, war die Kadergröße. Manche Spieler mussten mangels Alternativen an die Grenze der Belastbarkeit gehen und bissen sich teils wochenlang angeschlagen durch. Vor allem Müller, Faulenbach, Ibai Meoki und am Ende auch Peter Walz war diese Belastung deutlich anzusehen. Trotzdem halfen Erstmannschaftsspieler wie Müller, Peter und Lars Walz sowie Lars Weissgerber im Januar sogar der zweiten Mannschaft in der Saarlandliga aus. „Die Zweite hatte Personalprobleme, und die Saarlandliga ist für den Verein wichtig. Wir haben den Spielern Spielpraxis gegeben. Sie haben auch alle direkt zugesagt“, sagt Bohrmann und antwortet auf die Frage, ob die zwei Wochen Pause nach dem letzten Zweitligaspiel zur Regeneration ausreichen: „Ein Leistungssportler muss in zwei Wochen wieder Kräfte gesammelt haben. Danach erwarte ich, dass es wieder nach vorne geht.“

Für zusätzliche Entlastung könnte eine Verpflichtung sorgen. Auf der Suche nach einer für die Rückraum-Mitte ist der HG-Vorsitzende Richard Jungmann allerdings nicht fündig geworden. „Es ist ja nicht wie beim Fußball, wo etliche Kandidaten auf dem Markt sind“, bedauert Jungmann.

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