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"Habt keine Angst vor Fett!": Ernährungsprofi räumt unterhaltsam mit Ernährungsmythen auf

Der Ernährungsprofi und Fitnessfachmann Patric Heizmann bringt die Themen Ernährung und Gesundheit in leicht verdaulicher Form auf die Bühne. Foto: Kulturgesellschaft

Der Ernährungsprofi und Fitnessfachmann Patric Heizmann bringt die Themen Ernährung und Gesundheit in leicht verdaulicher Form auf die Bühne. Foto: Kulturgesellschaft

Zuerst mal Herzlichen Glückwunsch, Patric Heizmann. Wer die Stummsche Reithalle rockt und keine zehn Monate später die gut gefüllte Gebläsehalle und das mit dem sperrigen Thema Ernährung – nicht Kochen, das ist eine andere Liga – der hat es geschafft. Der darf zu Beginn ruhig ein paar Besucher veräppeln, von wegen: „War im November jemand dabei?“ Ja, etliche. „Wieso, habt ihrs nicht verstanden?“ Nö, antwortet der aus Freiburg stammende Kalorienflüsterer und Diät-Rebell gleich selbst: Es ist der Titel seiner neuen Show, der einen magisch anzieht: „Essen erlaubt.“

 

Tatsächlich macht es richtig Laune, wenn mal jemand kritisch hinterfragt, was da Tag für Tag an pseudo-wissenschaftlichem Irrsinn per Illustrierten und sonstigen Medien auf den Verbraucher losgelassen wird. Treu-doof lässt der sich vor den Karren einer sich dumm und dämlich verdienenden Lebensmittelindustrie spannen. Fairer Weise bekommen bei Heizmann alle eins auf die Mütze: Veganer, Vegetarier, Frutarier, die Intoleranten, die Mode-Diäter, die Super-Foodisten – ja, selbst die Karnivoren, also Fleischfresser wie Willi, der sich eine Scheibe Salami als Duftbaum ins Auto hängt.

 

Apropos: Fett macht gar nicht fett, „Zucker macht ja auch nicht süß“. Tofu ist eigentlich gar nicht gesund, Smoothies auch nicht. Immerhin: Nüsse machen wirklich dick. „Aber nur, wenn sie sich im Toffifee verstecken“. Und Eier treiben keineswegs den Cholesterinspiegel in die Höhe. „Essen sie so viele Eier, wie sie vertragen“, rät Heizmann, der selbst täglich vier Stück vertilgt. War das jetzt noch Spaß oder schon was zum Mitschreiben ins Hausaufgabenheft? Bei Patric kann man da nie so sicher sein.

 

Ganz geheuer ist einem der 42-jährige Familienvater, der die Heldenbrust samt Sixpack kaum ins enge Hemd gepresst bekommt, sowieso nicht: Ständig fragt er das Publikum irgendwas. Ob es Wurstbrote mag. Oder wer sich täglich wiegt. Sammelt er Daten oder ist das eine Art Undercover-Fitness-Übung, bei der man gar nicht merkt, dass man Sport treibt? In jedem Fall heben alle brav den Arm. Der Patric ist einfach so ein netter, da kann man gar nicht anders. Niemals würde er jemandem, der für seine Show Geld bezahlt hat, unterstellen, im Supermarkt Billigfleisch zu kaufen. „Also ihr tut das nicht. Eure Bekannten“. Leute wie Willi, die kulant darüber hinweg sehen, dass in einer Grillwurst Reste von bis zu 230 Schweinen stecken und jeder zehnte Liter Milch aus einem vereiterten Euter stammt. Lecker.

 

Im Kampf gegen das „Flauschig“-werden empfiehlt Heizmann ernsthaft Genuss. Schokolade naschen? Gern, aber nie bei Hunger. Und bitte den Hintern trainieren, denn der ist unser größter Muskel. Abnehmen klappt mit Milchkaffee und vielen Äpfeln. Und wenn man im Supermarktkorb nicht das „Herzinfarkt-Einsteigerset“ aus Fertigprodukten zur Kasse zu schiebt, sondern sich auf Lebensmittel beschränkt, die ohne Inhaltsangaben auskommen oder aber aus maximal fünf Zutaten bestehen. Dass es in der Pause die von Heizmann geschmähten Bretzeln gab – geschenkt.
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