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Händler: Winterreifen werden knapp und teuer

Saarbrücken. „Es geht jetzt richtig los. Wir rechnen ab nächster Woche mit 70 bis 80 Terminen täglich“, sagt Thomas Kiefer von Reifen Kiefer aus Saarbrücken. Dabei sei jetzt schon abzusehen, dass es wieder chaotisch werde. „Der Ansturm ist wieder verdammt groß“, sagt auch Reifenhändler Heinz-Jörg Gräber aus Neunkirchen. „Wir werden Probleme bekommen, Reifen zu besorgen.“ Derzeit sei zwar noch alles vorhanden, allerdings sei es eine Frage des Preises. Vor allem bei Markenreifen und Alufelgen sei die Nachfrage groß und der Bestand klein. „Die Großhändler schlagen dann bei den Preisen ordentlich drauf und der Endverbraucher ist der Dumme“, sagt Gräber. Auch Thomas Kiefer berichtet von drastischen Preissteigerungen. „Am Freitag habe ich einem Kunden ein Reifenangebot gemacht; am Dienstag ist der Preis pro Reifen bereits um 50 Euro gestiegen“, sagt er. „Dabei haben wir noch nicht einmal Winter!“

40 Euro Bußgeld

Ein wesentlicher Grund für die hohe Nachfrage ist die im vergangenen Jahr aktualisierte Regelung zur Winterreifenpflicht. Sie schreibt Autofahrern eine angemessene Bereifung bei Glatteis oder Schneematsch vor. Wer mit Sommerreifen erwischt wird, dem drohen statt wie bislang 20 Euro nun sogar 40 Euro Bußgeld. Eine Verkehrsbehinderung auf Grund von Sommerreifen wird mit 80 Euro und einem Punkt in Flensburg statt mit den bisher zu zahlenden 40 Euro geahndet. Bei einem Unfall kann zudem die Versicherung die Erstattung senken – je nach Schwere des eigenen Verschuldens. Erkennbar sind geeignete Winter- und Allwetterreifen am „M+S“-Symbol für Matsch und Schnee, wahlweise auch an einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Da das „M+S“-Symbol kein geschütztes Zeichen ist, warnen die Händler und der ADAC vor Billigfabrikaten aus Fernost.

„Die Verordnung hat nach unseren Beobachtungen bisher noch nicht zu einem signifikanten Rückgang von Verkehrsunfällen geführt“, sagt Bernd Brutscher von der Landespolizeidirektion. „Bei einem Stau oder Unfall achten wir je nach Witterungsverhältnis darauf, ob die Ursache in der Bereifung liegen könnte“, sagt er, „aber gesonderte Kontrollen gibt es nicht“.

Einen festen Zeitraum für die Nutzung von Winterreifen sieht das Bundesverkehrsministerium nicht vor. Nach Angaben des Saarbrücker Reifenhändlers Kiefer gelte die Faustformel „O bis O“ – Oktober bis Ostern. Zudem sollten Winterreifen aufgezogen werden, „wenn die Außentemperatur dauerhaft unter sieben Grad Celsius liegt“, sagt eine Sprecherin des ADAC Saarland. Ob alte Winterreifen noch taugen, erkenne man am Abrieb und der Profiltiefe, die nicht unter vier Millimetern liegen solle. Spätestens nach sechs Jahren empfiehlt es sich zudem, die Reifen auszutauschen.

Hintergrund

In Frankreich besteht keine generelle Winterreifenpflicht, allerdings dürfen speziell gekennzeichnete Straßen nur mit Winterreifen befahren werden. Auch in Luxemburg ist keine generelle Winterreifenpflicht vorgegeben, es können bei einem Unfall mit ungeeigneten Reifen jedoch Probleme mit der Versicherung auftreten. Langfristig soll jedoch eine europaweite einheitliche Regelung geschaffen werden. dkl

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