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Händler fürchten Fälschungsrisiko bei großen Geldscheinen

Wolfgang Kehrer, 76, pensionierter Gastronom aus Völklingen, vertraut nur auf Bares. Er hat immer einen 500-Euro-Schein, wie er sagt, als „eiserne Reserve“, dabei. So war es auch in einem benachbarten Supermarkt, in dem er gern und oft einkauft. Nun stand er mit Waren im Wert von 36,50 Euro im Einkaufswagen an der Kasse. Und legte, weil er nicht mehr genug kleineres Geld hatte, den Fünfhunderter hin. Doch die Kassierin bedauerte, diesen Schein nicht annehmen zu können. Laut Kehrer sagte sie, das Fälschungsrisiko sei zu hoch, und man verfüge im Geschäft über kein Prüfgerät. Kehrer bot ihr dann seinen Pass zum Fotokopieren an, aber der Vorschlag wurde nicht angenommen. „Lassen Sie das Wägelchen stehen“, hörte er stattdessen. Wobei Kehrer auch erwähnt, dass „da ein Haufen Leute stand“.

SZ-Leserreporter Kehrer („die haben gute Ware“) hat nach wie vor nichts gegen diesen Supermarkt. Obwohl da tatsächlich, wie die SZ bei einem Testeinkauf feststellte, keine Fünfhunderter angenommen werden. „Aber dann müssen sie das auch vorne hinschreiben“, sagt Kehrer mit Blick auf die Warnhinweise, die man zum Beispiel an Tankstellen sieht. Und die man in diesem Supermarkt vermisst. An vielen Zapfsäulen kann man nicht mal mit Zweihundertern bezahlen. Scheine bis zu dieser Größenordnung nimmt besagter Supermarkt, wie mündlich zu erfahren war, übrigens noch an.

Andernorts in Völklingen hat Kehrer mit seiner „eisernen Reserve“ schon problemlos eingekauft, bei Discountern und im Globus-Warenhaus. Globus-Geschäftsleiter Jörg Moll bestätigt das: „Klar doch, alle Scheine werden angenommen. Unsere Kassiererinnen sind geschult. Wir haben außerdem Prüfgeräte. Wir mussten noch keinen Kunden zurückweisen.“

Trotzdem: „Fünfhunderter sind unbeliebt im Handel wegen des hohen Risikos“, weiß Otmar Bohr, Pressesprecher der Stadtsparkasse Völklingen, der ansonsten auf die Empfehlungen des Bundesverbandes deutscher Banken („siehe „Auf einen Blick“) verweist. Aus Sicht des Annehmenden sei es verständlich, das Risiko von eventuellen Fälschungen zu begrenzen. Und wie merkt man so was ohne Prüfgerät? Bohr: „Ein erfahrener Sparkassenangestellter hat das im Finger, aber einer normale Kassiererin, die vielleicht auch als Aushilfe arbeitet, ist da wohl überfordert.“

Den Hinweis für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leserreporter Wolfgang Kehrer. Für Sprachnachrichten aufs Band nutzen Sie bitte die Nummer (06 81) 59 59 800. Oder schicken Sie alles an unsere E-Mail-Adresse: leser-reporter@sol.de oder unser Onlineformular unter www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.


Auf einen Blick

Jeder kennt ihn, den Hinweis bei vielen Tankstellen oder Einzelhändlern: Keine Annahme von 200- und 500-Euro-Banknoten. Dazu sagt der Bundesverband deutscher Banken: Grundsätzlich sind Euro-Banknoten gesetzliche Zahlungsmittel in unbegrenzter Höhe. Dennoch kann die Annahmepflicht eingegrenzt werden. Allerdings müssen Tankstellenbetreiber oder Händler gut sichtbar auf diese Einschränkung hinweisen. Als Grundregel gilt: Der Geldschein sollte in einem angemessenen Verhältnis zur gekauften Ware oder Dienstleistung stehen. Wer Waren für 20 oder 30 Euro kauft, darf nicht erwarten, dass der Händler ausreichend Wechselgeld hat, um 200- oder 500-Euro-Scheine entgegennehmen zu können. red
 

Hintergrund

Am häufigsten gefälscht werden laut Statistik der Europäischen Zentralbank 50-Euro-Scheine. Sie machen 44,1 Prozent der entdeckten Blüten aus, gefolgt von 20-Euro-Scheinen (38 Prozent) und 100-Euro-Scheinen (12,4 Prozent). 0,6 Prozent entfielen auf 500-Euro-Scheine. red
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