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Häuser als Geldanlage begehrt

Saarbrücken. Angesichts der weltweiten Krisenstimmung werden Immobilien als Geldanlage wieder interessanter. Dieses Fazit zog Burkhard Blandfort, stellvertretender Vorsitzender des Immobilienmaklerverbandes IVD West, gestern bei der Vorstellung des Preisspiegels für das Saarland 2011.

Zwar müsse man deutlich differenzieren, doch insgesamt sei offensichtlich, dass die Nachfrage nach Immobilien deutlich gestiegen ist. „In guten und sehr guten Lagen ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot“, sagte Blandfort. Und auch bei den Mieten gebe es im Saarland eine Steigerung. Top-Lagen seien jetzt zu deutlich besseren Preisen zu vermieten als noch vor zwei, drei Jahren. So sei jetzt an guten Standorten in Saarbrücken wie dem Rotenbühl oder dem Staden eine Miete von über neun Euro pro Quadratmeter zu erzielen – vor drei Jahren seien es weniger als acht Euro gewesen.

Insgesamt wird laut Blandfort der Trend zur Landflucht im Saarland immer deutlicher – sowohl bei den Häusern wie auch bei den Wohnungen. Während die Preise in den Städten eher nach oben tendierten, werde es in abgelegenen Gebieten zunehmend Leerstandsprobleme geben.

Die Kaltmieten für Wohnungen sind in den meisten Gemeinden gestiegen. Höchste Steigerungen gab es in mittelguten Lagen in Saarlouis (plus 22 Prozent) und Merzig (plus 19 Prozent). Ansonsten liegen die Mietsteigerungen je nach Ort und Lage zwischen vier und 15 Prozent. Stabil blieben die Preise nur in Dudweiler, St. Ingbert und Sulzbach.
Die teuersten Baugrundstücke finden sich in Saarbrücken. Dort muss man für einen Quadratmeter in der besten Lage 425 Euro zahlen. Gute Lage kostet noch rund 220 Euro und mittlere Lage 120 Euro. Doch auch Saarlouis ist sehr begehrt. Hier kostet ein Quadratmeter in guter Lage 185 Euro.

Probleme sieht der Maklerverband bei den Gewerbeimmobilien. Rund 15 Prozent des Bestandes in Saarbrücken stünden leer, sagte Hermann Hansen von Hansen & Blum. Hier werde es bei den Mietpreisen noch erhebliche Abschläge geben, sagte er. Auch müsse in die Immobilien investiert werden, um sie wieder marktfähig zu machen. Angesichts der hohen Nachfrage nach Wohnraum sei es – wenn möglich – sinnvoll, die Gewerbeimmobilien in Wohnraum umzubauen.

Auch die Mieten für Ladenlokale sind stark rückläufig. In Saarbrücken sind die Preise im Schnitt um sieben Prozent zurückgegangen, in St. Ingbert sogar um 14 Prozent. Einen deutlichen Preisanstieg gab es dagegen in der Französischen Straße in Saarlouis mit einem Sprung von 23 auf 30 Euro pro Quadratmeter. „Saarlouis ist mit seinen vielen selbstständigen Händlern eine attraktive Einkaufsstadt“, sagt Hansen. In der Saarbrücker Bahnhofstraße habe sich die Situation wieder stabilisiert. Das Mietniveau liege jetzt zehn bis 15 Prozent niedriger als noch vor drei Jahren und habe sich bei 70 Euro pro Quadratmeter eingependelt.
www.ivd-west.net

Meinung
Land wird abgehängt
Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger


Der aktuelle Immobilienspiegel für das Saarland zeigt eine beängstigende Tendenz: Während immer mehr Menschen in die Landeshauptstadt oder nach Saarlouis ziehen wollen, werden die übrigen Teile des Saarlandes zunehmend abgehängt. Dafür sind einerseits hohe Energiepreise verantwortlich, die das Pendeln unattraktiv machen, aber auch der Verlust an Infrastruktur. Wenn auf dem Land zunehmend Grundschulen und kleine Läden in den Orten geschlossen werden, wenn immer weniger Einwohner über steigende Grundsteuern zur Kasse gebeten werden, dann verstärkt das den Trend noch.
Die Land-Kommunen sind in einer misslichen Lage: Sie haben immer weniger Geld, dabei wäre dringend eine Charme-Offensive für das Land nötig, sollen einzelne Landesteile nicht vollständig veröden.
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