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Haft für 726-fachen Kindesmissbrauch

Saarbrücken/Homburg. Wegen sexueller Übergriffe auf seine Ziehtochter hat das Landgericht gestern einen 38-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Einen Teil der angelasteten Fälle hielt das Gericht nicht für erwiesen und urteilte auf Freispruch.

Auf 1686 Fälle sexuellen Missbrauchs kam die Staatsanwaltschaft in der Anklage. Beschuldigt wurde ein Mann aus dem Saar-Pfalz-Kreis. Er soll sich über Jahre hinweg an der heute 14-jährigen Tochter seiner früheren Lebenspartnerin vergangen haben. Er bestritt die Vorwürfe. Seine Ehemalige wolle sich an ihm rächen und an sein Geld kommen.

An der Glaubwürdigkeit des Mädchens und seiner Mutter hatten die Richter keinen Zweifel. Was die Mutter vor Gericht aussagte, passe nicht zu dem Racheszenario, auf das sich der Angeklagte berief. Die Mutter habe sich selbst nicht geschont, in dem sie zugab, Anzeichen des Missbrauchs über Jahre nicht wahrgenommen zu haben. Außerdem hätten weder sie noch das Kind den Angeklagten als Monster dargestellt.

Die hohe Zahl der Übergriffe beruhte auf einer Hochrechnung – was wie oft wöchentlich im Laufe der Jahre passiert sein soll. Am Ende des Verfahrens ging die Staatsanwaltschaft immerhin noch von 1550 Übergriffen aus. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Der Verteidiger hielt die Vorwürfe für nicht erwiesen. Die Mutter wolle den Angeklagten schlecht machen. Sie sei von ihm gedemütigt worden, indem er ihren Heiratsantrag abgelehnt habe. Überdies habe sie zu Unrecht behauptet, er sei rechtswidrig im Besitz scharfer Waffen. Aus der Gesamtschau ergebe sich, dass sein Mandant nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ freizusprechen sei.

Das Gericht folgte dem nur teilweise. In fast 1000 der angeklagten Fälle gab es Freisprüche. Bei der Anzahl der Fälle seien Wochenenden, Ferienaufenthalte beim leiblichen Vater auszunehmen. Bei der Bemessung der viereinhalbjährigen Strafe ging das Gericht von 726 Serientaten aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. jht


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