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Haftstrafen nach Entführung

Saarbrücken. Wegen der Entführung eines Arabers aus Forbach hat das Landgericht gestern vier Männer aus dem Saarland zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten im Alter zwischen 26 und 20 Jahren sind algerischer und marokkanischer Herkunft. Sie hatten vor Gericht gestanden, dass sie im Dezember 2008 ihr Opfer entführt hatten, um dessen Bruder zu erpressen.

Hintergrund des spektakulären Falles von grenzüberschreitender Kriminalität war offenbar ein geplatztes Drogengeschäft zwischen einem der Angeklagten und einem arabisch-stämmigen Franzosen. Dieser Mann aus Forbach war dem Beschuldigten Geld für Kokain schuldig geblieben. Diese Schulden wollte der 24-Jährige aus dem Saarland mit Zwang eintreiben. Da traf es sich scheinbar gut, dass ein Bekannter ebenfalls noch eine Rechnung mit dem Franzosen offen hatte. Denn nun war man zu zweit. Und weil vier Leute noch mehr Druck machen können, suchte man sich zwei Bekannte zum Mitmachen.

Ein fünfter Bekannter fuhr das Quartett am 9. Dezember 2008 nach Forbach, zum Parkplatz eines Supermarktes. Dort warteten die Angeklagten auf den zahlungsunwilligen Araber. Er sollte entführt und erst wieder frei gelassen werden, wenn er zahlt. Aber der Mann kam nicht. Man entdeckte lediglich dessen Bruder.

Daraufhin änderten die Beschuldigten spontan ihren Plan, zwangen den Bruder dazu, in ihren Lieferwagen einzusteigen und brachten ihn ins Saarland. Mit dieser Geisel in der Hand verhandelten die Angeklagten mit dem eigentlichen Gegner. Aber der Forbacher zahlte nicht für seinen entführten Bruder. Er ging vielmehr zur Polizei und erstattete Anzeige. Daraufhin ließen die Angeklagten ihr Entführungsopfer in Saarbrücken frei.

Aus Sicht des Strafrechts war dies ein erpresserischer Menschenraub in einem minderschweren Fall. Die Angeklagten wurden deshalb zu Strafen zwischen drei Jahren und drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung sowie 20 Monaten mit Bewährung verurteilt. Die höchste Strafe bekam der 24-jährige Initiator der Tat. Das Verfahren gegen den Mann, der das Quartett nach Forbach gefahren hatte, wurde gegen Zahlung von 1.000 Euro eingestellt.






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