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Hager-Chef: Energiewende ist die Chance

Blieskastel. Der Elektrotechnik- Konzern Hager sieht in der Energiewende für sich eine große Chance. „Wir können alle Technologien anbieten, die für einen effizienten Einsatz von Strom gebraucht werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Hager Group, Daniel Hager, gegenüber unserer Zeitung. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung von Smart-Grid- Technologien, also intelligente Zähler und Verteiler, die dafür sorgen, dass der Strom dort eingesetzt wird, wo man ihn braucht. Präsenz-Sensoren „sehen“ beispielsweise, wo sich Menschen aufhalten. Ist ein Zimmer leer, werden die Lampen automatisch ausgeschaltet, betreten Leute diesen Raum, gehen die Lichter an.

Fallen Geräte aus – wie zum Beispiel eine Tiefkühltruhe – senden Sensoren Warnsignale. „Wir können auch älteren Menschen helfen, die in ihrem Bewegungs-Radius eingeschränkt sind, aber dennoch zu Hause wohnen wollen“, nennt Hager ein weiteres Anwendungsfeld. Mit einer Fernbedienung können Lampen aus- oder eingeschaltet beziehungsweise die Rollläden gesenkt und gehoben werden. Es kann auch ein Alarm ausgelöst werden, wenn sich in der Wohnung eine Zeit lang nichts tut, also die Gefahr besteht, dass dem behinderten Menschen etwas geschehen ist.

Auch für Steuerung von Photovoltaik (PV)-Anlagen kann Hager Lösungen anbieten. So sollen Produzenten von Sonnenstrom verstärkt in die Lage versetzt werden, die von ihnen erzeugte Energie selbst zu nutzen, statt sie ins öffentliche Netz einzuspeisen. Damit sie auch Strom haben, wenn die Sonne nicht scheint, werden Speicher benötigt, die dann ihre Energie abgeben. „Diese Prozesse beherrschen wir mit unserer Steuer- und Regelungstechnik inzwischen“, sagt der Vorstandschef. Seiner Ansicht nach ist ein großer Vorteil des Konzerns, dass „wir alles aus einer Hand anbieten“. Dadurch sei es für die Installateure vor Ort einfacher, die gewünschten Komponenten einzubauen.

Die Handwerker würden von Hager intensiv geschult. Viel Potenzial beim Stromsparen sieht er auch bei größeren Gebäuden wie Hotels, Schulen, Bürokomplexen oder Einkaufszentren. Die Firma Hager ist derzeit dabei, in Blieskastel ein Gebäude zu errichten, „in dem alle derzeit verfügbaren elektrotechnischen Innovationen eingebaut werden. Damit wollen wir Erkenntnisse gewinnen, wie die Energiewende zu schaffen ist“, sagt Daniel Hager. Dort sollen die Entwickler einziehen, die bisher noch am Hager-Stammsitz in Ensheim ihren Arbeitsplatz hatten.

HINTERGRUND

Die Hager Group mit Konzernzentrale in Blieskastel hat im Jahr 2012 rund 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr 1,55 Milliarden Euro) Umsatz erwirtschaftet. Das Leistungsspektrum reicht von der Energieverteilung über die Leitungsführung bis hin zur intelligenten Gebäudesteuerung und Sicherheitstechnik. Weltweit beschäftigt das Unternehmen, das in elf Ländern über 20 Produktionsstandorte rund um den Globus verfügt, rund 11 300 Mitarbeiter. In Deutschland arbeiten 3100 Frauen und Männer für Hager, davon rund 1300 im Saarland. Hager-Produkte werden in 84 Ländern eingesetzt. Hager ist weiterhin ein inhabergeführtes Familienunternehmen. low

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