L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Halberg-Guss: Kunden gleichen Verlust aus

Der insolvente Automobilzulieferer Halberg Guss kann zum Jahresende eine "schwarze Null" schreiben, weil die Verwalter mit den Auftraggebern einen Verlustausgleich vereinbart haben.

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarbrücken. Seit fast eineinhalb Jahren führen die beiden Insolvenzverwalter Franz Abel und Michael Blank bei dem Automobilzulieferer Halberg Guss im Saarbrücker Stadtteil Brebach die Geschäfte. Die Krise der Autoindustrie hatte damals auf das Unternehmen durchgeschlagen, das für Volkswagen, Mercedes, Opel, BMW und andere Hersteller Motorblöcke, Kurbelwellen und Getriebegehäuse fertigt. Die Auftragslage hat sich seit der Insolvenz wieder deutlich verbessert, bestätigte Anwalt Abel jetzt im Gespräch mit der SZ. "Wir sind fast wieder auf Vorkrisenniveau." Die Verwalter haben ein Zukunftskonzept erarbeitet, wonach an den Standorten Saarbrücken (1100 Beschäftigte) und Leipzig (etwa 700 Mitarbeiter) in den kommenden fünf Jahren etwa 1,7 Milliarden Umsatz erreicht werden soll.

Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von etwa 300 Millionen Euro erwartet. Halberg Guss werde, so Abel, zum Jahresende eine "schwarze Null" schreiben. Dies aber nur, weil mit den Auftraggebern aus der Autobranche im Rahmen des Insolvenzverfahrens eine "Fortführungsvereinbarung" getroffen wurde. Dies bedeutet im Klartext: Die Kunden gleichen den Verlust bei Halberg Guss, der sich voraussichtlich auf etwa 19 Millionen Euro beziffern wird, aus. Denn mit den bislang vereinbarten Preisen könne nicht Kosten deckend gearbeitet werden. Und die Autofirmen hätten großes Interesse, dass der Betrieb weiter am Markt bleibe und liefert.

Die Hersteller und auch die Belegschaft haben laut Abel ihre Anteile zur Sanierung gebracht.  Über 200 Arbeitsplätze seien abgebaut worden, wegen der großen Nachfrage wurden dann wieder etwa 200 Leiharbeiter eingestellt. Abel: "Die Mannschaft ist hoch motiviert." Betriebsratsvorsitzender Mahmut Celek ergänzt: "Die Belegschaft hat ihren Beitrag geleistet, verzichtet seit Jahresbeginn auf zehn Prozent des Lohnes. Wir sind überzeugt, dass der Standort Saarbrücken gerettet wird. Jetzt muss die Landesregierung ihre Hausaufgaben machen."

Drei "seriöse Investoren" haben, so die Insolvenzverwalter, "ernsthaftes Interesse" an einer Übernahme der Halberg-Gruppe. Sie sollen im Januar im Gläubigerausschuss ihre Konzepte präsentieren. Die Gläubiger müssen dann entscheiden, wem sie letztlich den Zuschlag geben wollen. Abel: "Aus Verwaltersicht muss wichtigster Faktor im Konzept der Investoren die Sicherung der Standorte in Saarbrücken und Leipzig sein." Und in Saarbrücken müssten Investitionen garantiert werden. Die Namen der möglichen Investoren aus der Industrie und der Finanzbranche will Abel nicht nennen.

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