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Halde Reden: Steht die Almhütte vor dem Aus?

Die Almhütte ist eine beliebte Attraktion auf der Halde Reden. Hier wird auch die SR-Sommeralm

Die Almhütte ist eine beliebte Attraktion auf der Halde Reden. Hier wird auch die SR-Sommeralm" veranstaltet.

  Es klang märchenhaft, als vor rund vier Jahren eine Ottweiler Investorengemeinschaft, die FunBerg Saar GmbH, auftauchte, um den Standort Reden touristisch wach zu küssen. Für acht Millionen Euro sollte auf der Halde eine Spaßlandschaft entstehen, mit einem Blockhaus und einem Aussichtsturm, der „höchsten Rutschanlage Europas“, einer Allwetter-Rodelbahn – und eben einer Haldenmetro zum 380 Meter hohen Plateau. Dieses Gebirgsattraktionen-Konzept ist freilich ein Märchen geblieben. Realisiert wurde von FunBerg bisher nur ein gastronomisches Angebot, die Almhütte. Sie wurde zum Selbstläufer, auch ohne bequemen Transportweg, die Haldenmetro.

Trotzdem wollte FunBerg sie bauen, doch man fraß sich an TÜV-Vorgaben und Genehmigungsauflagen fest. So lange, bis die für Reden zuständige Saarland Bau und Boden GmbH (SBB) – eine Tochter der Strukturholding Saar (SHS) –, das Vertrauen verlor in die Ernsthaftigkeit der Investitionsabsicht. Sie machte, wie die SZ berichtete, im März von einer Aufkündigungsklausel im Vertrag mit FunBerg Gebrauch. Die Ottweiler wurden von Erbbaupächtern zu reinen Mietern des Geländes, auf dem ihre Almhütte steht. Doch nun könnten sie bald gezwungen werden, den Standort ganz zu verlassen. Denn wie die SHS gestern auf SZ-Nachfrage mitteilte, wird seit Juli per Ausschreibung ein Pächter/Investor für Planung, Bau und Betrieb einer Personentransportbahn (Haldenmetro) gesucht. Bis 9. September läuft die Frist, bis Ende September soll die Entscheidung fallen.

„Wir bieten ein Geschäftsmodell“, sagt Heinz-Peter Klein, Prokurist bei der SHS, „wir wollen damit Profis ansprechen.“ Zur Verfügung gestellt würden Grundlagenermittlung und Vorplanungen. Laut Klein tritt das Land nicht, wie etwa beim Gondwana-Park-Projekt, als (Vor-)Finanzier auf.

Jedoch wird der Bieter nicht auf die Bahntrasse beschränkt, sondern kann auf 1700 Quadratmeter auf dem Haldenplateau zugreifen sowie auf eine 1,8 Hektar große Fläche am Haldenfuß. Dort soll der „Metrobahnhof“ (mit Toilette) stehen, womöglich mit Bistro/Biergarten. Denn die Haldenmetro allein ist kein Profitbringer. Hinzukommen muss ein gastronomisches Angebot.

Womit die Konfliktlinie mit FunBerg bereits aufgezeigt ist. Denn schlägt ein neuer Betreiber ein anderes Gastro-Konzept vor, müsste FunBerg weichen, die Hütte „abräumen“. Laut SHS ist der Mietvertrag mit FunBerg „kurzfristig“ kündbar, der neue Akteur könne auf deren Fläche bereits vor Baubeginn der Metro zugreifen.

Das ist kein wirkliches märchenhaftes Szenario, schließlich „brummt“ die FunBerg-Hütte, sie hat viele Fans. Proteste sind nicht auszuschließen. Denkbar wäre freilich auch eine andere Lösung: Der neue Investor erwirbt die Almhütte von FunBerg und bewirtschaftet sie selbst weiter. Oder aber FunBerg bewirbt sich für die Metro und erhält als günstigster Bieter den Zuschlag. Auch dann bliebe die Gastro-Alm auf der Halde. Und alles würde ohne Streit gut wie im Märchen?

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